Freitag, 20. Juli 2001

2,6 Mrd. Dollar Wertberichtigungen bekannt gegeben

Der weltgrößte Softwarekonzern Microsoft hat im vierten Quartal des Geschäftsjahres 2000/2001 (30. Juni) nur einen minimalen Gewinn von 66 Mio. Dollar (75,7 Mio. Euro/1,041 Mrd. S) oder einem Cent je Aktie verbucht. Der operative Gewinn stieg jedoch.

Dies hat Microsoft am Donnerstag nach Börsenschluss mitgeteilt. Das Ergebnis wurde durch Wertberichtigungen auf Investments von 2,6 Mrd. Dollar gedrückt, die Microsoft vor wenigen Tagen angekündigt hatte.

Der operative Quartalsgewinn unter Ausklammerung der Sonderbelastung stieg allerdings auf 2,75 (Vorjahresvergleichszeit: 2,55) Mrd. Dollar. Microsoft verbuchte dank starker Nachfrage in allen Geschäftsbereichen im Schlussquartal einen Rekordumsatz von 6,6 Mrd. Dollar, plus 13 Prozent.

Umsatz um 10 Prozent gestiegen
Im gesamten Geschäftsjahr setzte der Software-Riese 25,3 Mrd. Dollar um oder zehn Prozent mehr als im Vorjahr. Der Gewinn fiel auf 7,3 (9,4) Mrd. Dollar. Der operative Gewinn legte allerdings auf 11,7 (elf) Mrd. Dollar zu.

Die Gesellschaft erwartet für das erste Quartal des laufenden Geschäftsjahres allerdings nur einen Umsatz von sechs bis 6,2 Mrd. Dollar. Dies würde einen deutlichen Umsatzrückgang gegenüber dem vorangegangenen Dreimonatsabschnitt bedeuten.

Der Quartalsgewinn dürfte nur 39 Cents oder 40 Cents erreichen. Dagegen hatten Wall Street-Analysten mit 45 Cents je Aktie gerechnet. Microsoft geht für das Gesamtjahr von einem Umsatz von 28,8 bis 29,5 Mrd. Dollar aus und von einem Gewinn von 1,91 Dollar bis 1,95 Dollar je Aktie.

Die Microsoft-Aktien sind nach Börsenschluss zunächst deutlich gefallen, nachdem sie im regulären Handel um zwei Dollar auf 72,57 Dollar zugelegt hatten.

Finanzchef: Positives Wachstum in allen Bereichen
Microsoft-Finanzchef John Connors sprach von einem wirtschaftlichen Umfeld mit Herausforderungen. Trotzdem habe es in allen Geschäftsbereichen ein positives Wachstum gegeben.

Er verwies auf die bevorstehende Einführung neuer Produkte wie Windows XP und der Spielekonsole Xbox. Das neue Betriebssystem Windows XP kommt am 25. Oktober auf den Markt und ist für Microsoft und die gesamte Personal-Computer-Branche von großer Bedeutung. Die Windows-Produkte hätten ein starkes Quartal gehabt, betonte Gruppenvizepräsident Jim Alchin.

Microsoft hatte zum Jahresende 31,6 (23,8) Mrd. Dollar an liquiden Mitteln und kurzfristigen Investments verfügbar.

Umsatzrückgang vor allem in Europa
Der Jahresumsatz stieg in Nord- und Südamerika sowie im pazifischen Raum auf 9,5 (8,3) Mrd. Dollar. Microsoft setzte in der Region Europa, Naher Osten und Afrika allerdings mit 4,86 Mrd. Dollar 156 Mill. Dollar weniger um als im Vorjahr. Das Unternehmen legte in Asien auf 3,1 (2,6) Mrd. Dollar und im Geschäft mit den Computerherstellern auf 7,9 (sieben) Mrd. Dollar zu.

Die Gesellschaft verbuchte bei Desktop-Anwendungssoftware einen Umsatz von 9,5 (9,3) Mrd. Dollar. Der Umsatz wurde bei Desktop-Betriebssystemen kräftig auf acht (sieben) Mrd. Dollar erhöht. Unternehmenssoftware und Dienstleistungen steuerten 4,8 (4,1) Mrd. Dollar zum Umsatz bei und Verbrauchersoftware sowie Dienstleistungen und Verbraucherprodukte zwei (1,6) Mrd. Dollar.

20.7.2001 12:15