Ericsson sieht wachsende Unsicherheit am Weltmarkt

Der schwedische Telekom-Ausrüster Ericsson sieht eine wachsende Unsicherheit bei der weltweiten Marktentwicklung und hat seine Prognose für den weltweiten Absatz der Mobilfunkbranche gesenkt. Zudem wies Ericsson am Freitag bei der Vorlage seiner Quartalszahlen einen Verlust in Milliardenhöhe aus.
Dieser lag allerdings im Rahmen der Erwartungen von Branchenexperten. Konkrete Geschäftsprognosen für den weiteren Jahresverlauf wollte das Unternehmen nicht abgeben. Analysten sagten, das Quartal sei für Ericsson zumindest nicht schlechter als erwartet gelaufen. Zum Ausblick gab es zunächst unterschiedliche Bewertungen der Branchenkenner. Die Ericsson-Aktie legte vorbörslich zu.
Entwicklung in den USA und Westeuropa fraglich
"Vor allem im Hinblick auf die Entwicklung in den USA und Westeuropa hat die Unsicherheit im Hinblick auf die Dauer und die Heftigkeit des negativen Marktumfelds zugenommen", teilte Ericsson weiter mit. "Als Konsequenz daraus geben wir keine klare Prognose für das dritte Quartal und das Gesamtjahr 2001 ab." Bereits am Donnerstag hatte hatte der weltweit führende Mobiltelefon-Hersteller Nokia auf eine voraussichtlich schwache Entwicklung im dritten Quartal hingewiesen und keine klare Prognose für vierte Quartal genannt.
Bei Ericsson hieß es am Freitag weiter, der Konzern erwarte nun nur noch einen Absatz auf dem weltweiten Handy-Markt für alle Hersteller zusammengenommen von 400 bis 440 Millionen Stück. Bisher war Ericsson noch von 430 bis 480 Millionen Stück ausgegangen.
Ericsson im Minus, aber besser als befürchtet
Im gerade abgelaufenen zweiten Quartal rutschte Ericsson als weltgrößter Anbieter von Telekom-Netzwerken und zu den vier großen der Branche gehörende Handyhersteller tiefer in die Verlustzone. Vor Steuern sei bereinigt ein Verlust von 5,3 Mrd. schwedischen Kronen (573 Mio. Euro/7,88 Mrd. S) nach einem Verlust von 4,9 Mrd. Kronen im ersten Quartal 2001, hieß es. Im zweiten Quartal 2000 hatte Ericsson noch einen Gewinn von 6,7 Mrd. Kronen ausgewiesen. Pro Aktie sei damit im zweiten Quartal 2001 ein Verlust von 1,81 Kronen nach einem Gewinn von zuvor 1,28 Kronen angefallen. Der Umsatz sei auf 62,8 Mrd. von 65,0 Mrd. Kronen gesunken.
Branchenexperten sagten, einige der Zahlen für das zweite Quartal seien besser als erwartet ausgefallen. "Alles in allem ist das ein guter Quartalsbericht", sagte Lars Soderfjall von den Handelsbanken. "Vor allem der Absatz bei Telefonen ist besser als gedacht", betonte Petri Korpineva von Elvi Securities. "Es scheint, dass Ericsson es Nokia nachmacht und ältere Telefone aus seinen Lagerbeständen zu niedrigen Preisen abstößt." Die Nachrichten für die Sparte Systeme seien indes schlechter als erwartet. Bei UBS Warburg in London hieß es, die Einnahmen und der Cash-Flow seien besser als erwartet.
Im vorbörslichen Instinet-Handel stieg die Ericsson-Aktie auf 53 Kronen von 51 Kronen bei Handelsschluss am Donnerstag.
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