Euro steigt gegenüber dem Dollar

Die Europäische Zentralbank (EZB) lässt ihre Leitzinsen trotz deutlicher Konjunkturabkühlung im Euro-Raum weiterhin unverändert. Dies teilte die EZB nach den Beratungen der Währungshüter in Frankfurt mit.
Ein Zinsschritt nach unten war auf Grund aktuell noch immer hoher Teuerungsraten in den zwölf Euroländern auch nicht erwartet worden.
Unterdessen setzte der Euro seinen Aufwärtstrend weiter fort. Die EZB legte den Referenzkurs auf 0,8723 (Mittwoch: 0,8630) Dollar fest. Die US-Währung kostete damit 2,2422 (2,2663) DM. Schon am Vortag konnte der Euro kräftig zulegen, nachdem US-Notenbank-Chef Alan Greenspan vor dem amerikanischen Kongress einen düsteren Ausblick für die US-Wirtschaft gegeben hatte. Er schloss trotz der inzwischen sechs Zinssenkungen in den USA seit Jahresbeginn eine weitere Abschwächung der Konjunktur nicht aus. Greenspan machte aber auch deutlich, dass für diesen Fall mit weiteren Zinssenkungen reagieren könnte.
Nach Ansicht der EZB ist der Preisauftrieb im Euro-Raum derzeit noch zu hoch, um ebenfalls die Leitzinsen weiter nach unten zu drücken. Zwar sank die jährliche Inflationsrate im Juni auf 3,0 Prozent, nach einem Spitzenwert von 3,4 Prozent im Mai. Damit liegt die Teuerung aber noch weit oberhalb der EZB-Toleranzschwelle von 2,0 Prozent. Die Mehrheit der Volkswirte erwartet von der EZB bis Jahresende jedoch noch zwei Zinssenkungen von jeweils 0,25 Punkten - allerdings erst, wenn die Teuerung zurückgeht. Zuletzt hatte die EZB Anfang Mai alle drei Leitzinsen um 0,25 Prozentpunkte gesenkt. Der wichtigste Zins für Euroland liegt seitdem bei 4,50 Prozent.
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