Es geht um eine Schadenssumme von 300 Mill. S

Im Zusammenhang mit der Pleite der Firmengruppe Steiner sind jetzt laut Auskunft der oberösterreichischen Sicherheitsdirektion gerichtliche Vorerhebungen gegen den Senior-Chef Leopold Steiner wegen des Verdachts des Versicherungsbetruges eingeleitet worden. Der Anwalt Steiners weist die Vorwürfe als haltlos zurück.
Die Ermittler sehen einen möglichen Zusammenhang mit einem Großbrand bei der Steiner-Tochterfirma Steco in Pinsdorf im März 2000. Dabei ist ein Lager mit Kunststoffbehältern verbrannt. Die Angaben über die Schadenshöhe waren damals unterschiedlich, schließlich war von 300 Mill. S (21,8 Mill. Euro) die Rede. Die Versicherung zahlte nach dem jetzigen Stand der Ermittlungen vorerst 135 Mill. S, um den Rest gibt es bis heute einen nicht abgeschlossenen Rechtsstreit.
Manipulation bei den Lagerbeständen?
Am Dienstag teilte Alois Lißl von der OÖ. Sicherheitsdirektion mit, dass es Belege und Dokumente gibt, die beweisen würden, dass seitens der Steiner-Firmenleitung bereits im Jänner 2000 der Auftrag erteilt worden ist, die Lagerbestände bei Steco wesentlich höher zu bewerten als es den Tatsachen entsprach. Nach dem Brand zwei Monate später, der von bisher unbekannten Tätern gelegt worden war, sind dann bei der Versicherung jene Summen als Schaden angemeldet worden, die sich durch die überhöhte Lagerbewertung ergeben hatten. "Damit liegt eine geschlossene Beweiskette für den dringenden Verdacht des Versicherungsbetruges vor", so Lißl.
Leopold Steiner und Frau Brigitte in Italien festgenommen
Leopold Steiner und seine Frau Brigitte - für beide gilt die Unschuldsvermutung - waren auf Grund eines Haftbefehls des Landesgerichtes Wels wegen des Verdachts des schweren gewerbsmäßigen Betruges am 2. Juli in Italien festgenommen worden. Brigitte Steiner ist inzwischen wieder auf freiem Fuß, ihr Mann befindet sich in Italien in Auslieferungshaft.
Der Anwalt Wolfgang Moringer bezeichnete die Vorwürfe gegen Leopold Steiner schon deswegen als "völlig haltlos", weil dieser bereits im Jahr 1997 aus allen operativen Funktionen der Firmengruppe ausgeschieden ist und daher im Jänner 2000 überhaupt keine Aufträge an die Mitarbeiter mehr erteilen konnte. Außerdem zeigt der Akt, so Moringer, dass es bei der angeblichen "Überbewertung" der Lagerbestände um eine Größenordnung von nur fünf Mill. S geht. "Bei einem Gesamtschaden durch den Brand von 300 Millionen Schilling oder noch darüber", sagte Moringer, sind fünf Millionen "in diesem Zusammenhang der Kategorie Bestandsungenauigkeit zuzuordnen, nicht mehr".
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