Veba-Oel-Übernahme kostet 1.500 Stellen

Wenn der internationale Mineralölkonzern BP im Jänner die deutsche Veba Oel samt Aral übernimmt, gehen auch 166 österreichische Aral-Tankstellen in das Eigentum von BP über. Damit wird BP mit dann 566 Tankstellen zum größten Tankstellenbetreiber Österreichs noch vor der OMV, die derzeit noch mit ihren 548 Filialen den heimischen Markt dominiert.
BP-Sprecherin Monika Matausch erklärte am Montag, dass Aral-Netz stärke das Netz der BP. Aral verfüge über eine "hervorragende Markenqualität". Dass BP im Falle einer Komplettübernahme von Aral wie in Deutschland seine Marke aufgeben und das Tankstellennetz unter der Flagge von Aral betreiben wird, gilt in Österreich als unwahrscheinlich. Im Gegensatz zu Deutschland ist hier zu Lande nämlich die Marke BP besser positioniert als Aral.
Bei BP Österreich konnte man dazu allerdings heute noch nichts sagen. Mit Ausnahme von Deutschland würden in allen anderen Ländern Europas Evaluierungen über den jeweiligen Markenwert durchgeführt und erst dann entschieden, sagte Matausch.
Aral beschäftigt derzeit in Österreich rund 100 Mitarbeiter. Im Jahr 2000 hat das Unternehmen 7,3 Mrd. S umgesetzt. Der Betriebserfolg im vergangenen Jahr betrug 91 Mill. S (6,61 Mill. Euro). Neben dem Tankstellengeschäft vertreibt Aral in Österreich auch rund 100 verschiedene Autoschmierstoffe und über 600 Industrieschmierstoffe.
Veba-Oel-Übernahme kostet 1.500 Stellen
Der britische Mineralölkonzern BP erwartet im Zuge der Übernahme der E.ON-Tochter Veba Oel den Abbau von 1.500 Arbeitsplätzen. Dies sagte BP-Chef John Browne am Montag bei der Vorstellung der Tauschpläne zwischen BP und E.ON. BP hatte bereits am Morgen angekündigt, dass im Zuge der Übernahme der Veba Oel voraussichtlich Stellen gestrichen würden.
BP wird Tankstellen-Riese in Deutschland
Der britische Mineralölkonzern BP steigt zum größten Tankstellenbetreiber Deutschlands mit 3.500 Stationen auf. BP übernimmt zum kommenden Jahreswechsel 51 Prozent an der Veba Oel AG, zu der die Tankstellenkette Aral gehört.
E.ON übernimmt 51% von Gelsenberg AG
Im Gegenzug steigt E.ON bei Deutschlands größtem Gasimporteur Ruhrgas ein. E.ON übernimmt - ebenfalls zum kommenden Jahreswechsel - 51 Prozent an der Gelsenberg AG, die 25,5 Prozent an der Ruhrgas AG hält.
Deal ist 123 Mrd. S wert
Das Gesamtvolumen der geplanten Transaktionen wird auf rund 9 Mrd. Euro (123,8 Mrd. S) geschätzt. E.ON fließen bei dem Geschäft unter dem Strich mehr als 2 Milliarden Euro zu. Für die Transaktionen ist eine Zustimmung der Kartellwächter erforderlich.
Der britische Konzern leistet eine Ausgleichzahlung von 1,63 Mrd. Dollar (1,91 Mrd. Euro/26,3 Mrd. S) und übernimmt Verbindlichkeiten von 950 Mill. Dollar. Die Veba Oel ist bei diesem Geschäft alles in allem mit 6,5 Mrd. Euro bewertet worden, teilte E.ON ergänzend mit. BP übernimmt zunächst 51 Prozent an Veba Oel und kann im zweiten Quartal 2002 Alleineigentümer werden.
Kosten und Mitarbeiter sollen reduziert werden
Im Falle der Zusammenführung sollen nach BP-Angaben die Kosten um 15 Prozent gesenkt und die Zahl der Mitarbeiter verringert werden, hieß es bei BP weiter. Bei einer vollständigen Übernahme der Veba Oel mit ihrer Marke Aral soll das eigene Marketinggeschäft mit Aral unter dem Namen Aral zusammengeführt werden. Die Synergien und Einsparungen sollen pro Jahr nach BP-Angaben mindestens 200 Mill. Dollar betragen.
Monate lang war E.ON - der Konzern bereitet gerade in Österreich eine Wasserkraft-Ehe mit dem Verbund-Stromkonzern vor - auch im Gasgeschäft für eine österreichische Partnerschaft (OMV) im Gespräch gewesen. Die Gaskooperation hatte zuletzt aber nicht mehr als aussichtsreich gegolten.
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