Banker und Paparazzi buhlen um Gunst der Stars

Auf dem Fußball-Transfermarkt werfen im heurigen Sommer die Top-Klubs mit Millionen nur so um sich. Der Transfer von Zinedine Zidane hat erstmals den Meilenstein von einer Milliarde Schilling überschritten. Michael Schumacher und Tiger Woods sprengen nicht nur sportlich alle Grenzen, sondern auch finanziell.
Sponsoren-Verträge fetten Gehälter und Preisgelder quer durch die Sportarten auf. Allein in Europa werden die Superstars des Sports auf 60 Milliarden Dollar (70,5 Mrd. Euro/969 Mrd. S) geschätzt. Kein Wunder, dass selbst Anlage-Spezialisten traditioneller Bankhäuser neben Adeligen oder Industrie-Magnaten längst die Sportler als einträgliches Geschäft erkannt haben.
8.500 "reiche" Sportler
8.500 Sportler in Europa stuft die britische Wirtschaftsberatungsfirma Scorpio Partnership als "reich" ein. Scorpio Parntership hat in einer Studie 40 Finanzunternehmen befragt, die europäische Athleten in 15 Hauptsportarten finanziell betreuen, und dabei ein Guthaben der Sportler von astronomischen 969 Mio. S errechnet, das jährlich um 18 Prozent steigt.
Banken haben eigene Sport-Abteilungen
Bei solchen Summen treten auch Banker von Merrill Lynch oder Credit Suisse gegen die Paparazzi um die Zuneigung der Stars an. Die Banken haben eigene Sport-Abteilungen geschaffen und spezielle Anlage- und Versicherungs-Produkte für die Stars kreiert. Beim privaten englischen Bankhaus Coutts, das neben den Konten der königlichen Familie auch jene der halben englischen Fußball-Nationalmannschaft und von Pop-Gruppen wie den Spice-Girls unterhält, haben im ersten Quartal 2001 die Einkünfte von Stars der Sport- und Unterhaltungsbranche erstmals jene der traditionellen Klienten überstiegen.
Multi-Millionäre mit 20
"Die führenden Sport-Stars sind heutzutage auf ein einzigartiges Niveau von Reichtum vorgedrungen und viele von ihnen wissen nicht, wie sie ihren Reichtum am besten managen sollen", heißt es im Bericht von Scorpio Partnership. Eine lohnende Klientel, noch dazu, wo die neuen Multi-Millionäre oft erst um die 20 Jahre alt sind und damit Aussicht auf lange geschäftliche Beziehungen bieten. daher sind viele Banken darauf aus, Experten für Sport-Finanzen, Agenten und ganze Sport-Management-Firmen zu ködern, die mit den Finanzen der Sportler Erfahrung haben.
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