SPEZIAL: 112. IOC-Vollversammlung in Moskau

·IOC-Neuanfang
Rogge auf Distanz zu Samaranch
·"Der NEUE"
IOC größte OP des Doktor Rogge
Der neue IOC-Präsident Jacques Rogge hat die Einheit der Olympischen Bewegung, den Kampf gegen Doping und Korruption sowie eine Steigerung der Einnahmen als wichtigste Aufgaben seiner Amtszeit bezeichnet. Der 59-jährige Belgier bekam am Freitag am Sitz des Internationalen Olympischen Komitees (IOC) in Lausanne die Schlüssel zum "olympischen Haus" überreicht und trat damit offiziell sein Amt an.
Der dreifache Olympia-Teilnehmer im Segeln war bei der IOC-Vollversammlung am Montag in Moskau zum Nachfolger des Spaniers Juan Antonio Samaranch gewählt worden.
Rogge sagte, dass die Ausgaben für Olympische Spiele reduziert werden müssten. Dies betreffe insbesondere die Kosten für Technik und Technologie, die auf ein Viertel des Budgets geklettert seien. Während die Zahl akkreditierter Journalisten überdenkbar sei, sollten weder die Sportarten noch die Anzahl von über 11.000 teilnehmenden Athleten reduziert werden. Denkbar seien zusätzliche Einnahmen aus Übertragungen in TV-Privatkanälen oder aus dem Internet. Bei der Neuverhandlung der Übertragungsrechte bleibe es dabei, dass so viel Menschen wie möglich die Olympischen Spiele sehen können müssten.
Schulterschluss
Der neue Präsident will außerdem gegen den "schlechten Trend" vorgehen, dass Länder Athleten mit Geld und Staatsbürgerschaft anwerben, um für sie Medaillen zu gewinnen. Er stellte klar, dass er mit allen, einschließlich des bei der Wahl unterlegenen Südkoreaners Un Yong Kim, zusammenarbeiten wolle.
Samaranch noch im Spital
Während der Übergabezeremonie würdigte IOC-Vizepräsident Keba Mbaye den bisherigen IOC-Präsidenten Samaranch als Visionär, der Träume verwirklicht und ein gigantisches Werk geschaffen habe. Samaranch hatte an der Zeremonie nicht teilnehmen können. Der Spanier war am Mittwoch unmittelbar nach seinem 81. Geburtstag mit totaler Erschöpfung in ein Krankenhaus in Lausanne eingeliefert worden. Nach den Worten Rogges muss der IOC-Ehrenpräsident noch ein paar Tage dort bleiben. Der Gesundheitszustand habe sich aber schnell verbessert und er sei guten Mutes.
Ein "neuer Bürger Lausannes"
Rogge sagte, dass er an seine neue Arbeit mit viel Enthusiasmus gehe. Er werde auch "neuer Bürger Lausannes". Das IOC habe in seiner Geschichte zwei Weltkriege, Boykotte, München, Doping-Skandale und eigene Korruption überlebt, sagte Rogge weiter. Jedes Mal habe das IOC korrektive Maßnahmen ergriffen. Aus der Vergangenheit müsse man lernen.
Samaranch hatte das IOC seit 1980 geführt. Auf der 112. IOC-Vollversammlung war Rogge am Montag in Moskau für die kommenden acht Jahre gewählt worden. Der Chirurg und Orthopäde ist der achte Präsident in der 107-jährigen Geschichte des IOC. Rogge gehört dem IOC seit 1991 an. Lausanne ist seit 1915 IOC-Sitz.
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