Sonntag, 22. Juli 2001

Nahost-Beobachter Sharon und Peres uneins

Die Entsendung neutraler Beobachter in den Nahen Osten, wie sie von den G-8-Staats- und Regierungschefs auf ihrem Gipfel in Genua gefordert worden ist, spaltet die israelische Regierung. Ministerpräsident Ariel Sharon ließ am Sonntag Berichte dementieren, wonach er Beamte des US-Geheimdienstes als "Überwacher" akzeptieren würde.

Außenminister Shimon Peres hatte sich dagegen aufgeschlossen für die Entsendung von US-Beobachtern gezeigt. Verteidigungsminister Benjamin Ben-Eliezer, der wie Peres der Arbeiterpartei angehört, hatte am Freitag Zustimmung signalisiert.

Sharon ließ am Sonntag Aussagen seines Sohnes Omri in der israelischen Tageszeitung "Maariv" dementieren, er habe dem palästinensischen Präsidenten Yasser Arafat vor kurzem signalisiert, dass Israel ein Dutzend CIA-Beamte als "Überwacher" mit Sitz in Tel Aviv akzeptieren würde. Diese Frage sei nie zur Debatte gestanden.

Sicherheitsminister Uzi Landau von Sharons Likud-Partei lehnte eine Beobachtermission kategorisch ab. Anderslautende Erklärungen trügen lediglich zur "Konfusion" bei. Kabinettsminister Danny Naveh betonte, mit solchen Vorschlägen werde nur Arafat in die Hände gespielt.

22.7.2001 16:07