Sonntag, 22. Juli 2001

Nächster Gipfel 2002 in Kanada in kleinerem Rahmen

In der norditalienischen Hafenstadt Genua geht am Sonntag das Gipfeltreffen der Staats- und Regierungschefs der sieben führenden Industriestaaten und Russlands (G-8) zu Ende. Überschattet wurde die dreitägige Konferenz von gewaltsamen Ausschreitungen militanter Demonstranten.

Am Freitag wurde ein 23-jähriger italienischer Globalisierungsgegner bei schweren Zusammenstößen von einem Polizisten - offenbar in Notwehr - erschossen. Am Samstag wurden bei Straßenschlachten zwischen Demonstranten und der Polizei über 220 Menschen verletzt, darunter 73 Polizisten und mehrere Journalisten.

Die wichtigsten Themen auf der Tagesordnung des Gipfels waren der Klimaschutz, Raketenabwehr, Konjunktur, Armutsbekämpfung und Aids. Daneben ging es auch um die internationalen Krisenherde Nahost und Mazedonien. Die Staats- und Regierungschefs der sieben führenden Industriestaaten und Russlands (G-8) verurteilten am Samstag die gewalttätigen Proteste. Sie kündigten aber an, auch in Zukunft ihre regelmäßigen Treffen abhalten zu wollen.

G-8-Teilnehmer erwägen offenbar Gipfel-Reform
Nach den schweren Krawallen und dem Tod eines militanten Demonstranten bei Protesten gegen den G-8-Weltwirtschaftsgipfel in Genua erwägen die Staats- und Regierungschefs der Teilnehmerländer offenbar eine Reform der Spitzentreffen. Der kanadische Ministerpräsident Jean Chretien als Gastgeber des Gipfels im kommenden Jahr sagte am Samstag: "Das Format sollte geändert werden - alles ist zu groß." Die Delegationen aus den sieben führenden Industrienationen und Russland (G-8) müssten kleiner werden als bisher, erläuterte er.

Chretien sagte, die Gipfeldelegationen müssten künftig kleiner sein als in Genua. "Hier sind zu viele Leute", sagte Chretien. Die US-Delegation in Genua beispielsweise hat rund 900 Mitglieder, die japanische rund 600. Deutschland war mit 60 Regierungsbeamten angereist.

22.7.2001 07:52