Bis zu 95% der 13 Mill. Arbeiter befolgten Streikaufruf

Das öffentliche Leben in Argentinien ist am Donnerstag durch einen Generalstreik nahezu lahm gelegt worden. Bis zu 95 Prozent der 13 Millionen Arbeiter befolgten nach Gewerkschaftsangaben den Streikaufruf, der sich gegen den Sparkurs von Präsident Fernando de la Rua richtet.
Busse, Züge und Flugzeuge stellten den Verkehr ein, Regierungsbüros blieben geschlossen und in den Krankenhäusern operierten nur noch Notärzte. Gewerkschaftsführer Victor de Gennaro wertete die Aktion als "Ohrfeige für den Hochmut und die Provokationen der Regierung". Der sechste Generalstreik seit dem Amtsantritt des Präsidenten 1999 verlief nach Gewerkschaftsangaben weitgehend friedlich.
De la Rua gab sich angesichts des Ausstands gelassen und bekräftigte die Entscheidung seiner Regierung, ihre Zahlungsverpflichtungen zu erfüllen. Die argentinische Führung hatte zu diesem Zweck in der vergangenen Woche ein Sparprogramm angekündigt, das die Kürzung von Beamtengehältern und -pensionen sowie Maßnahmen gegen die Steuerflucht beinhaltet. Am Mittwoch waren bereits 1,5 Millionen Beamte in den Ausstand getreten.
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