Übertönen 150.000 Demonstranten die Themen?

Der G-8-Gipfel: Es wird getagt - und protestiert. Experten fürchten, dass die wichtigen Themen und Anliegen im wütenden Protestgeschrei von bis zu 150.000 Globalisierungs-Gegnern untergehen werden. Ob die Politiker handfeste Eingungen zu Armut, AIDS, Klima, Wirtschaft erzielen werden? Die Welt darf gespannt sein.
Verhandeln werden die Staats- und Regierungschefs der sieben führenden Industrieländer und Russlands (G-8). Sowie andere ranghohe Gäste, wie UNO-Generalsekretär Kofi Annan.
Vom G-8-Gipfel wird in den Zeiten eingetrübten Wachstums ein Signal der Zuversicht ausgehen. "Die Gesamtbetrachtung wird eher positiv sein", hieß es. Die Anzeichen für eine wirtschaftliche Besserung im zweiten Halbjahr häuften sich. Im übrigen könne derzeit in den meisten Ländern trotz abgeschwächten Wachstums von Stagnation oder gar Rezession nicht die Rede sein.
Heißes Eisen: Klimaschutz
Seit der neue US-Präsident George Bush erklärt hat, sein Land fühle sich "den Klimaschutzvereinbarungen von Kyoto zur Reduzierung der Treibhausgase nicht mehr verpflichtet", steht die Zukunft des Abkommens in Frage. Experten hoffen, dass die USA zumindest nichts unternehmen wird, um den weiteren Kyoto-Prozess zu blockieren. Derzeit läuft parallel zum Weltwirtschaftsgipfel in Genua die Weltklimakonferenz in Bonn. Die Entscheidungen sollen am Rhein fallen.
Kampf gegen Armut und Krankheit
Zwei weitere Kernthemen wurden vom italienischen Regierungschef Silvio Berlusconi in den Vordergrund geschoben: die Bekämpfung der Armut in der Welt und der Kampf gegen AIDS und andere Infektionskrankheiten. Unterstrichen wird das auch durch die Anwesenheit von UNO-Generalsekretär Kofi Annan und Spitzenpolitikern aus Entwicklungsländern in Genua.
Hilfe für arme Länder: Schulden streichen, Zollfreiheit
Inzwischen hätten sich für die HIPC-Initiative, die auf dem Wirtschaftsgipfel vor drei Jahren in Köln begründet wurde, 23 von 41 möglichen Länder für Schuldenstreichungen und -erleichterungen qualifiziert. Das beinhalte eine Summe von 54 Milliarden Dollar (873 Mrd. S) . Auch die geplante Zollfreiheit für die am wenigsten entwickelten Länder auf den Märkten der Industrieländer und eine zunehmende Bereitschaft etwa Europas, Entwicklungsländern den Zugang zu seinem Markt zu erleichtern, dokumentierten Fortschritte.
Im Kampf gegen AIDS: Millionen für Weltgesundheitsfonds
Ein besonders für Afrika dramatisches Problem ist AIDS. Die Gipfel-Teilnehmer sollen ihre Unterstützung für einen Welt-Gesundheitsfonds im Kampf gegen AIDS und andere Infektionskrankheiten bekunden. Und bekannt geben, wie viele Millionen sie in den Fonds einzahlen.
UNO-Generalsekretär Annan hatte die Summe von sieben bis zehn Milliarden Dollar genannt, die für wirkungsvolle Hilfe nötig sei. Inzwischen sollen schon 1,5 Milliarden Dollar zugesagt sein. Nach UNO-Angaben sind weltweit rund 36 Millionen Menschen an AIDS erkrankt, drei Millionen Menschen starben im Jahr 2000 an der Krankheit.
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