Mittwoch, 18. Juli 2001

Krenn: "Gott hat die Homosexualität verboten"

Umfrage

Homosexuelle Paare können sich wie geplant ab 1. August in Deutschland als Lebenspartnerschaft eintragen lassen. Das Bundesverfassungsgericht in Karlsruhe hat heute den Erlass einer einstweiligen Anordnung abgelehnt. Damit gibt es jetzt grünes Licht. In Österreich ist dieses Thema nach wie vor tabu. Der St. Pöltner Diözesanbischof Krenn jedenfalls will von einer Homosexuellen-Ehe nichts wissen.

Der Eilantrag der Unions-regierten Bundesländer Bayern und Sachsen blieb ohne Erfolg. Die Entscheidung des Ersten Senats erging mit fünf zu drei Stimmen. Unabhängig vom vorläufigen Inkrafttreten des Gesetzes bleiben die Verfassungsbeschwerden der Bundesländer Bayern, Sachsen und Thüringen in Karlsruhe anhängig. Sie betrachten das Gesetz als verfassungswidrig, weil es nach ihrer Ansicht gegen den Schutz von Ehe und Familie verstoße. Über diese Verfassungsbeschwerden wird jedoch erst zu einem späteren Zeitpunkt entschieden. Bis dahin ist das Gesetz in Kraft.

Krenn will nichts davon wissen
Als unabänderlich stellte der St. Pöltner Diözesanbischof Kurt Krenn am Dienstag die ablehnende Haltung der Kirche zur Homosexualität und damit zur Segnung homosexueller Lebensgemeinschaften dar. "Gott hat die Homosexualität verboten" und die Kirche könne nicht etwas segnen, was Gott verboten habe.

Krenn stellte die Frage nach der "Existenzberechtigung" der Katholischen Männerbewegung, die für eine Segnung plädiert hatte - "aber ich beantworte sie noch nicht", das müssten alle Bischöfe gemeinsam tun.

Eine "katholische Aktion" habe "kein Recht, die Gläubigen zu stören oder in Irrtum zu treiben". Homosexuelle Lebensgemeinschaften zu segnen wäre "so ähnlich, wie wenn wir Waffen segnen würden", meinte Krenn. Die Haltung der Kirche könne sich hier nicht ändern, "wir berufen uns auf die Schöpfung". Gott habe die Menschen als Mann und Frau geschaffen und gewollt, dass diese beiden miteinander eine Familie bilden, "und nicht, dass Mann und Mann und Frau und Frau zusammenfinden". Im Römerbrief stehe, "dass das Unzucht-Treiben von Männern mit Männern eigentlich ein tiefes Zeichen von Sünde, Verwerfung und Unglauben ist". Für Homosexuelle sei, so Krenn, die Kirche "manchmal der fehlende Teil ihres schlechten Gewissens".

18.7.2001 12:08