Dienstag, 17. Juli 2001

ORF-Zukunft: Sparkurs & wenige Prestigeprojekte

ORF neu: Das neue Rundfunkgesetz krempelt das ORF-Programm kräftig um. Für Finanzchef Alexander Wrabetz beginnt jetzt die Phase der beinharten Kalkulation. Denn der ORF muss kräftig den Rotstift ansetzen. Auch die Privatsender rüsten sich. Herbert Kloibers ATV gilt als Fixstarter für österreichisches Privat-TV. Nun meldet auch Leo Kirch sein Interesse an.

So wird der ORF 2002

Welche TV-Projekte der ORF trotz Sparkurs im nächsten Jahr realisieren will

NEU: Reality-Soap
2002 kommt ein Nachfolger für Taxi Orange! Im ORF laufen trotz internationaler Reality-Krise streng geheime Vorarbeiten für ein neues Echtmenschen-Format. Sie soll "hochwertiger" werden als ihre Vorgänger.

NEU: Volksanwalt
Die Service-Sendung der Volksanwaltschaft: Peter Kostelka (SP), Rosemarie Bauer (VP) & Ewald Stadler (FP) sollen am Wochenende ins Vorabendprogramm.

NEU: Daily Soap
Als "österreichisches Fernsehspiel" am Vorabend öffentlich-rechtlich getarnt, führt "Tag für Tag" duch das Leben einer Webredaktion. Kostenpunkt: öS 150 Mio.!

NEU: Newsroom
Der neue ORF-Newsroom ist das Prestigeprojekt der ORF-Information. Kosten: öS 283 Mio.

NEU: Heiße Filme
Trotz Sparprogramms will sich der ORF weiterhin auf teure Filmpakete der Hollywood-Majors leisten. Der ORF will sich auf Blockbuster wie "Soldat James Ryan" konzentrieren. Künftig heißt es: Klasse statt Masse.

Die Opfer des ORF-Gesetzes: Wo der ORF künftig einsparen muss

Fussball-WM 2002 wackelt
Wegen zu teurer TV-Rechte steht die Live-Berichterstattung auf des Messers Schneide.

Nachrichtenausbau gestoppt
Der Ausbau der Nachrichtensendungen ("Frühstücks-TV") und die Verlängerung der 13.00 Zib werden verschoben.

Gefährdet
TV-Formate wie "Frisch gekocht", die wesentlich über Sponsoring finanziert werden, stehen vor dem Aus.

Abgedreht
Das ORF-Projekt "Kulturkanal" ist Vergangenheit. Spartensender dürfen keine Gebührengelder in Anspruch nehmen.

Drohende Konkurrenz Privat-TV
Auch die drohende Konkurrenz durchs neue Privat-TV zwingen den ORF zu Umschichtungen im Budget. Der Münchner Filmhändler Herbert Kloiber (mit österreichischen Wurzeln) will sich mit ATV fürs österreichweite und per Hausantenne zu empfangende Privat-TV bewerben. Drei Monate nach der Lizenzvergabe könnte ATV im Frühjahr neu an den Start gehen.

Kloiber wünscht sich sogar die Konkurrenz von Leo Kirch:"Wäre doch schade, eine solche Gelegenheit zu verpassen." Auch Experten, die sich einig sind, dass Privat-TV in Österreich nicht rentabel ist, können Kloiber nicht abschrecken. Er bläst vielmehr Sturm auf den ORF: "Vor dem dritten, vierten JAhr ist sicher nichts drin. Mittelfristig müssen wir zwischen 8 und 10% Marktanteil erreichen und deshalb in klare ORF-Domänen wie etwa die Fornel 1 einbrechen.

Noch ist offen, ob sich die Kirch-Gruppe im Privat-TV engagiert. Heute beraten die Gesellschafter von SAT.1-Österreich (Kirch, Raiffeisen, Styria und die PSK) über die Zukunft des Konsortiums und eine mögliche Bewerbung für die nationale Lizenz.

Die ganze Story lesen Sie im neuen TV-MEDIA.

17.7.2001 13:50