Mittwoch, 18. Juli 2001

Palästinensische Kollaborateure festgenommen

Die israelische Armee hat in der Nacht zum Mittwoch ihre Truppen im Westjordanland verstärkt. Nach Militärangaben sollen damit mögliche palästinensische Vergeltungsaktionen nach dem Tod von vier Palästinensern verhindert werden.

Zwei örtliche Führer der radikalislamischen Hamas-Bewegung sowie zwei weitere Palästinenser waren am Dienstag getötet worden, als die israelische Armee ein Haus in Bethlehem angriff.

Israel reagierte damit auf den Anschlag in Binjamina, bei dem ein Selbstmordattentäter am Montagabend zwei israelische Soldaten mit in den Tod gerissen hatte.

Anonyme jüdische Extremisten haben am Dienstag telefonisch gedroht, die heilige Moschee der Moslems in Jerusalem in die Luft zu sprengen. Wie der Generaldirektor der islamischen religiösen Waqf-Behörde, Adnan Husseini, mitteilte, wurden die Wachen der Al Aksa-Moschee nach dem Anruf in Alarmbereitschaft versetzt. "Die Anonymen sprachen mit den palästinensischen Wachen der Moschee Hebräisch und erklärten, dass sie Sprengstoff haben und sie beabsichtigen, einen Anschlag gegen die Al Aksa-Moschee zu verüben", sagte Al Husseini. Dutzende von Wächtern durchsuchten anschließend das Gebiet, die Moschee und den Felsendom.

Die Al Aksa-Moschee, der Felsendom und die umliegenden Plätze werden von der Waqf-Behörde verwaltet, die dafür Palästinenser angestellt hat. Die Umgebung der Tempelberg-Anlage und die Klagemauer unterliegt hingegen der Kontrolle der israelischen Armee.

Der palästinensische Geheimdienstes im Westjordanland teilte am Abend mit, dass die Sicherheitsdienste mehrere Palästinenser festgenommen haben, die mit Israel zusammengearbeitet hätten. Die Kollaborateure hätten dem israelischen Geheimdienst dabei geholfen, den Aufenthalt der Hamas-Mitglieder ausfindig zu machen, die durch den Beschuss israelischer Kampfhubschrauber getötet wurden.

18.7.2001 08:04