Ungeachtet d. Meinung v. Österreich und D

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Die Reaktion auf den deutsch-österreichischen Schulterschluß in Sachen Temelin ließ nicht lange auf sich warten: Die tschechische Regierung werde sich nicht nach der Meinung Österreichs oder Deutschlands richten, erklärte Regierungssprecher Libor Roucek am Montag.
Falls Temelin den internationalen Sicherheitsstandards entspricht, dann wird es selbstverständlich in Betrieb genommen, ungeachtet dessen, was darüber die österreichische oder deutsche Seite denken, so Roucek gegenüber dem tschechischen Fernsehsender "Nova".
Deutschland unterstützt Temelin-Gegner
Die heimischen Gegner des Schrott-Reaktors bekommen mächtige Unterstützung: Die deutsche Bundesregierung hat die tschechische Regierung wegen Sicherheitsbedenken zur Still-Legung des umstrittenen AKW Temelin aufgefordert!
Details aus der deutschen AKW-Stellungnahme
Die deutsche Bundesregierung hat am Montag im Rahmen der Umweltverträglichkeitsprüfung (UVP) für Temelin eine Stellungnahme abgegeben. Hier Zitate aus dem Papier.
1. Die Bundesregierung anerkennt das Recht der Regierung der Tschechischen Republik, über die Nutzung der Kernenergie zur Stromerzeugung in der Tschechischen Republik zu entscheiden. Gleichwohl ist die Errichtung und Inbetriebnahme nur 60 Kilometer von der deutschen Grenze ein Grund für die besondere Besorgnis und Aufmerksamkeit (...)
2. Unabhängig von generellen Risiken (...) sieht die Bundesregierung (...) Defizite, die einer Genehmigung des Atomkraftwerks nach deutschem Recht und nach internationalen Standards entgegenstehen:
2.1.1 Vorsorge gegen Folgeschäden infolge von Brüchen (...)
2.1.2 Funktion der Frischdampfabblase- und Sicherheitsventile bei Störfallabläufen (...)
2.2. Die Bundesregierung hält (...) für nicht ausreichend:
2.2.1 Die zur Verletzlichkeit des Containments durchgeführten Analysen bleiben in ihrer Aussagekraft hinter dem Methodenstand zurück, mit dem heute diese Fragen wesentlich differenzierter (...) bewertet werden.
2.2.2 Verschiedene Gefährdungs- und Versagensmechanismen wurden noch nicht untersucht, oder es wurden nur erste Überlegungen vorgenommen. Es ist nicht ausreichend ausgeschlossen, dass entsprechende Untersuchungen nicht zur Erkenntnis höherer Risiken führen.
2.2.3 Hinsichtlich der analysierten Gefährdungsmechanismen (...) lasse die bisherigen Kenntnisse Zweifel an den hierzu durchgeführten Analysen und erzielten Ergebnissen entstehen.
2.3 Zur Nutzung der bisher durchgeführten Unfallablaufanalysen für Zwecke des Notfallschutzes (...) ist kritisch anzumerken:
2.3.1 Die zugrunde gelegten Kriterien (...) wurden nur unzureichend (...) gewichtet.
2.3.2 Belastbare Nachweise fehlen, die ausschließen, dass andere Szenarien mit höheren Eintrittswahrscheinlichkeiten (...) zur Folge haben können, als die Referenzszenarien.
Der flammende Appell:
"In Erwägung dieser Umstände appelliert die Bundesregierung eindringlich an die Regierung der Tschechischen Republik, ihre Entscheidung zur Inbetriebnahme des AKW Temelin aufzuheben und das Atomkraftwerk stillzulegen."
CEZ-Aktien der AKW-Betreiber-Firma im Sinkflug!
Die Aktie der Betreibergesellschaft ist im Sinkflug. Das Papier notierte heute um 15.30 Uhr mit 70 tschechischen Kronen um 18,89% unter dem Vortages-Schlusskurs. Von ihren Jahreshochs bei 112,74 Euro hat die CEZ-Aktie damit bereits 38% - mehr als ein Drittel! - verloren.
Reaktor-Aus könnte CEZ-Konkurs bedeuten
Sollte das Kraftwerk geschlossen werden, seien damit Abschreibungen in Höhe von 100 Mrd. tschechischen Kronen (2,96 Mrd. Euro/40,7 Mrd. S) verbunden. Somit würden die Erträge bei der Privatisierung von CEZ deutlich geringer ausfallen. Im "worst case-scenario könnte das Aus für Temelin sogar den Konkurs für CEZ bedeuten", orakelte ein Experte. "Obwohl dieses Szenario nicht wahrscheinlich ist..."
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