Sonntag, 22. Juli 2001

Skopje bittet Russland um Hilfe

Einen Tag vor neuen Friedensgesprächen in Mazedonien und trotz eines Appells der G-8-Staaten sind am Sonntag die bisher heftigsten Kämpfe seit Inkrafttreten der Waffenruhe am 6. Juli ausgebrochen. Mindestens drei Soldaten wurden verletzt.

Bei den Kämpfen setzte die Regierung bei Tetovo, im Nordwesten des Landes, Kampfjets vom Typ Suhoi 25 ein, die die Stellungen der Albaner allerdings nur überflogen. Zwei Soldaten seien bei Tetovo und ein weiterer an der westlichen Grenze zu Albanien verletzt worden, teilte das Verteidigungsministerium in Skopje mit.

Mazedonische Sicherheitskreise berichteten, die Rebellen hätten von mehreren Dörfern aus gefeuert, die unter Kontrolle der albanischen "Nationalen Befreiungsarmee" (UCK) stehen. Die Gefechte flauten am Nachmittag ab, nachdem die Düsenjäger das Gebiet überflogen hatten. Über eventuelle Verluste auf der Rebellenseite war zunächst nichts bekannt.

G-8 rufen zum Dialog auf
Der G-8-Gipfel in Genua hatte die Konfliktparteien in Mazedonien aufgerufen, ihren Dialog fortzusetzen. Nur eine Friedenslösung könne Demokratie und das Nebeneinander der verschiedenen Völker gewähren, hieß es in einer Erklärung am Samstag. Die Rechte der Minderheiten müssten garantiert werden. Wenn ein dauerhafter Frieden erreicht sei, werde die internationale Gemeinschaft eine Geberkonferenz unterstützen.

Mazedonien bittet Russland um Unterstützung
Präsident Trajkovski hat Russland um Hilfe bei der Lösung des Konflikts gebeten. Er äußerte in einem Brief an Präsident Wladimir Putin große Besorgnis über die Zunahme der Spannungen, wie Putins Berater Sergej Prichodko in Genua mitteilte. Prichodko sagte, die Entwicklung in Mazedonien bestätige die pessimistischsten Vorhersagen der russischen Regierung. Verantwortlich für die Entwicklung sei die NATO, die die UCK-Rebellen im benachbarten Kosovo nicht entwaffnet habe.

22.7.2001 17:19