"Könnten Verkauf von Verbund-Anteilen zustimmen"

Der deutsche Energieriese E.on könnte sich nach dem Wasserkraft-Joint-venture mit dem Verbund schon bald direkt an dem staatlichen österreichischen Stromkonzern beteiligen. Bislang beharrte die SPÖ darauf, eine Änderung des Verfassungsgesetzes, das den 51prozentigen Staatsanteil am Verbund festschreibt, zu blockieren.
Doch nun deutet der Energiesprecher der SPÖ, Georg Oberhaidinger, im Nachrichtenmagazin FORMAT eine Positionsänderung an, die einem Dammbruch gleichkommt: "Ich kann mir vorstellen, daß wir einer Verringerung des Bundesanteils zustimmen. Und zwar dann, wenn das über eine Kapitalerhöhung passiert und der Erlös somit dem Verbund zu Gute kommt."
"Nichts gegen Beteiligung von E.on"
Der einzig logische Partner für einen Verbund-Einstieg wäre in diesem Fall der viel kritisierten Atomstromerzeuger E.on. Auch da hätte er keine Berührungsängste, erklärt Oberhaidinger in FORMAT: "Gegen eine Beteiligung der E.on hätten wir nichts einzuwenden." Laut Oberhaidinger stehe seine Meinung auch nicht im Widerspruch mit SPÖ-Chef Alfred Gusenbauer.
Der für Österreichs größten Stromerzeuger zuständige Wirtschaftsminister Martin Bartenstein meint zu einer weiteren Privatisierung: "Ich schließe nicht aus, daß wir in Zukunft Verbund-Anteile abgeben, auch wenn das keinesfalls Bedingung für den jetzigen Deal war." Gegenüber FORMAT zeigt sich auch Verbund-Chef Hans Haider offen: "Wenn man sich anschaut, was für ein Viertel der Aktien lukriert werden kann, dann sollte man schon überlegen. Wenn sie kann, wird die Regierung verkaufen. Ich war viele Jahre bei Siemens und habe keine Angst vor einem deutschen Gesellschafter." Der Gesamtwert des Verbund beträgt aktuell 44,7 Milliarden Schilling. Die Chancen von E.on auf einen Einstieg stehen gut.
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