Sonntag, 15. Juli 2001

FORMAT: Torten made in Austria

Die Traditionskonditorei Demel will zwei Standorte in Manhattan eröffnen. Die New Yorker Demel-Lokale werden dem Original am Wiener Kohlmarkt in jedem Detail gleichen.

Has he already ordered? So lautet seit kurzem die offizielle englische Übersetzung der traditionellen Bestellungsaufnahme durch die Serviererinnen in der Wiener Nobelkonditorei Demel: Hat er schon gewählt? Diese schrullige Anrede werden zu ihrer wohl nicht geringen Überraschung schon bald Amerikaner zu hören bekommen, die in New York Lust auf eine Torte made in Austria haben. Denn der Demel, Eigentum des Raiffeisen-Konzerns, soll in den USA in Serie gehen.

Der Grund: Laut Raiffeisen-Beteiligungs-Chef Erwin Hameseder schreibt der Tortentempel nach 67 Millionen Schilling Verlust in den letzten drei Jahren heuer erstmals wieder ein operatives Plus. Das spornt den Demel- Boß und -Sanierer Frans-Jan Soede zum Sprung über den großen Teich an: „Die Verträge mit einem amerikanischen Master-Franchisenehmer stehen vor dem Abschluß. Für den Anfang soll es zwei Standorte in Toplagen von Manhattan, einen davon im Bereich Broadway, geben.“ Die hauseigenen Konditoren haben ihrem Chef zum Geburtstag jedenfalls schon eine Freiheitsstatue aus Marzipan mit Demel-Logo gefertigt.

In Hinblick auf die US-Expansion hat Soede nicht nur den Verhaltenskodex für Demelinerinnen auf englisch niedergeschrieben. In einjähriger akribischer Kleinarbeit ließ er zur Schaffung eines perfekten Demel-Klons auch jeden Zentimeter des Nationalheiligtums am Kohlmarkt dokumentieren. Herausgekommen ist ein 500 Seiten starker Wälzer, in dem vom Kaffeelöffel bis zum Wandluster und vom Zuckerstreuer bis zum Steinkamin das komplette Interieur katalogisiert ist.

Die ganze Story lesen Sie in der aktuellen Ausgabe von FORMAT.

15.7.2001 09:46