Schwache Handy-Nachfrage dämpft Gewinn

Die große Euphorie am Handymarkt ist vorbei: Nach Rekordzahlen im vergangenen Jahr hat sich die Ernüchterung breitgemacht. Das Unternehmen Epcos, das am Freitag einen Gewinneinbruch meldete, ist nur einer von vielen Verlierern der schwächelnden Mobilfunkbranche.
Gewinnwarnungen sind längst an der Tagesordnung: Kein Wunder, denn der Verkauf von Handys hat seinen Höhepunkt vorerst überschritten.
Während im vergangenen Jahr weltweit noch 418 Mill. Endgeräte verkauft wurden, werden es dieses Jahres nur noch knapp 400 Mill. sein, wie Thiemo Lang von Activest erklärt. Vor allem in Europa und Amerika geht der Verkauf zurück.
Zwar hält Asien mit einem Handyboom dagegen. Aber auch die Preise in China, dem Wachstumsmarkt schlechthin, sind nicht so hoch wie in Westeuropa werden die Umsätze der Hersteller dieses Jahr vermutlich zurückgehen.
Irgendwann kommt der Aufschwung, die Frage ist nur wann, meint Michael Bahlmann von M.M. Warburg. Im Herbst wird es laut Lang wegen des Weihnachtsgeschäftes kurzfristig wieder aufwärts gehen. Schließlich kommen dann auch die modernen GPS-Handys verstärkt in den Handel, wie sein Kollege Thomas Kruse berichtet.
Ob mit UMTS wieder ein Boom kommt, weiß Kruse auch nicht. Wahrscheinlich ziehe dieser Markt erst Weihnachten 2002 an. Aber das Kaufverhalten der Kunden könne kaum einer durchschauen. Für Bahlmann ist es so wie Autofahren bei Nebel und "die Sicht beträgt nur 20 Meter".
Bei Epcos war ein Gewinneinbruch von rund 15 Mill. Euro (206 Mill. S) gegenüber den ursprünglichen Erwartungen die Folge. Statt 35 Mill. Euro wird das Ergebnis von April bis Juni 2001 nur noch zwischen 19,6 und 22,9 Mill. Euro liegen, teilte das Unternehmen in einer Gewinnwarnung mit. Nach anderen Aktiengesellschaften in den Vorwochen war der DAX-Wert Epcos am Freitag einer der großen Verlierer mit mehr als 4,5 Prozent Verlust.
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