Einigung noch nicht in Sicht

Der Flugverkehr in Spanien ist nur knapp einem Chaos entgangen. Die Fluggesellschaft Iberia stellte um Mitternacht ihren Flugverkehr zunächst komplett ein, nachdem 99 Piloten ihre Kündigung eingereicht hatten. Die Flugkapitäne revidierten jedoch ihre Entscheidung noch in der Nacht, und die Flüge wurden gegen 5.30 Uhr wieder aufgenommen. Im Tarifstreit zwischen Piloten und Unternehmensleitung zeichnet sich aber noch keine Lösung ab. Und der Schaden für das Tourismus-Mekka Spanien ist bereits angerichtet.
Nach den Kündigungen der Piloten hatte Iberia erklärt, die Sicherheit und das Wohlbefinden der Passagiere nicht mehr garantieren zu können. Die 99 Piloten gehörten zu einer Gruppe von 208 hauptverantwortlichen Flugkapitänen ersten Ranges. "Wegen dieser extremen Situation muss ich vorübergehend und sofort, von Mitternacht an, die gesamten Flüge des Unternehmens streichen", sagte Iberia-Präsident Xabier de Irala am Donnerstagabend. Die Pilotenvereinigung Sepla erklärte dagegen, die Kündigungen seien keine Überraschung für Iberia gewesen und schon in den vergangenen zwei Wochen erfolgt.
Als erstes bekamen rund 810 Passagiere auf dem Weg nach Südafrika oder Lateinamerika die Flugstreichungen zu spüren. Aber noch in der Nacht bekundeten die Piloten ihre Bereitschaft, die Arbeit so lange wieder aufzunehmen, bis Ersatz gefunden sei. Daraufhin hob Iberia den Flugstopp wieder auf und entschuldigte sich bei den Kunden für die Unannehmlichkeiten.
Die Auseinandersetzungen zwischen Iberia und ihren insgesamt 1.875 Piloten ziehen sich bereits über Wochen hin. Pilotenstreiks haben schon mehrmals zur Streichung von Flügen geführt, zuletzt am Dienstag. Insgesamt wurden für diesen Sommer zehn Streiktage angekündigt. Die Flugkapitäne fordern laut Iberia eine bessere Altersvorsorge sowie Gehaltserhöhungen um rund 20 Prozent.
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