Waren um 178 Mio. S beschlagnahmt

Der Zoll in Wien, Niederösterreich und Burgenland kämpft gegen Schmuggler. In 11.600 Fällen waren sie erfolgreich. Im ersten Halbjahr wurden Waren im Wert von 178 Millionen Schilling sichergestellt. Unter anderem 44 Mio. Zigaretten und 105 Kilo Suchtgift.
Diese Zahlen wurden von Johannes Spalj von der Finanzlandesdirektion für Wien, Niederösterreich und das Burgenland heute auf einer Pressekonferenz in Wien bekannt gegeben.
44 Millionen Stück Zigaretten - das sind 220.000 Stangen - und 105 Kilogramm Suchtgift wurden in den ersten sechs Monaten dieses Jahres beschlagnahmt. Im Vergleichszeitraum des vergangenen Jahres waren beim Zoll in Ostösterreich 25 Millionen Zigaretten und 15 Kilo Drogen "hängen" geblieben. So viel Schmuggelware wie noch nie sei entdeckt worden. Laut Spalj könnte heuer die Schallmauer von 100 Millionen erstmals durchbrochen werden.
Fleißige Wiener
Die Wiener Zollfahndung habe maßgeblichen Anteil an dieser Rekordbilanz, hieß es. In Lagerhallen konnten 125.000 Stangen geschmuggelte Zigaretten sichergestellt werden, etwa die Hälfte davon Anfang Mai bei der Zerschlagung einer in der Umgebung Wiens operierenden ungarischen Bande. Nach Hinweisen aus England konnten damals mehrere Zwischendepots ausgehoben werden. 14 Beteiligte wurden festgenommen. Die Bande dürfte seit vergangenem Sommer laut Spalj mehrere hunderttausend Stangen nach England geschmuggelt haben. Etwa 70 Prozent der gefundenen Glimmstängel waren für Großbritannien bestimmt. Dabei werden alle Tricks angewandt, so Spalj. "Gestohlene Lkw, falsche Papiere, an einem Transport sind oft nur die Zigaretten echt."
Eifrig war man auch im Burgenland
Die Zollwache beschlagnahmte über 80.000 Stangen, den Großteil davon beim Grenzübergang Nickelsdorf mit knapp 25.000. Dabei seien die ungarischen Zollorgane eine "beinharte" Konkurrenz. Sie würden vor dem österreichischen Zoll schon ungefähr die gleichen Mengen sicher stellen. Natürlich sei auch der "Ameisenschmuggel" (Spalj) weiter aktuell. Dabei versuchen Reisende, "kleine" Mengen von zehn bis 50 Stangen ins Land zu bringen.
Der Anstieg der Drogensicherstellungen sei auf die schon gute Arbeit der Sondereinsatzgruppe des Zollamtes Flughafen-Wien zurückzuführen. Bei 56 Aufgriffen wurden 74 Kilogramm Rauschgift entdeckt. 45 Kilo Kokain waren es im Februar bei drei italienischen Mafiamitgliedern, zehn Kilo Cannabis wurden im April im Koffer eines aus Nepal kommenden Mannes gefunden. Entlang der Balkanroute konnten in Nickelsdorf insgesamt 30 Kilo Cannabis "erschnüffelt" werden. Oft würden Taschen unauffällig in Bussen versteckt. Dann könne zwar die Ware kassiert werden, nicht aber die Täter.
Ideenreiche Drogenschmuggler
"Klassisch", im Koffer mit doppeltem Boden oder modern in präparierten Bierdosen - alle Tricks würden versucht. Dank der technischen Ausrüstung wie Hohlraumsonden oder Röntgengeräte könne die Ware zerstörungsfrei geortet werden. Eifrig seien auch die Sondereinsatzgruppen an den Grenzen, die "können ihnen ein Auto rasch zerlegen und wieder zusammenbauen".
Intensive Kontrollen und große Erfolge dürften eine abschreckende Wirkung auf Produktpiraten haben, hieß es. Die Sicherstellung von gefälschten Markenartikeln sei rückläufig. Weiterhin florierend sei hingegen das Geschäft mit artengeschützten Pflanzen und Tieren. Bei den 52 Aufgriffen - meist am Flughafen-Wien - konnte Illegales im Gesamtwert von 1,5 Millionen Schilling beschlagnahmt werden.
Alkohol ist beliebte Schmuggelware
Weiterhin sehr beliebt ist der Schmuggel von Alkohol, Schmuck und Nahrungsmitteln. 18.000 Liter Spirituosen, Pretiosen im Wert von 1,2 Millionen Schilling und Lebensmittel (hauptsächlich Fleisch und Fleischerzeugnisse) im Wert von etwa einer Million wurden abgenommen. Auch die Verlockung, mehr Sprit als erlaubt nach Österreich einzubringen, sei nach wie vor groß: Ertappte Fahrzeuglenker mussten insgesamt 380.000 Liter Treibstoff unfreiwillig nachversteuern.
Immer größer werde der Bereich des Schmuggels von Arzneimitteln. Im Internet ließen sich etwa verbotene Anabolika leicht und rasch ordern, so Spalj. Die Zollfander müssten eifrig "surfen", um die Präparate abzufangen, bevor sie in Fitnessclubs landen.
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