Deutschland: Prognose schrumpft auf 1,25%

Der Internationale Währungsfonds (IWF) hat nach Informationen aus EU-Kreisen für 2001 und 2002 seine Wachstumsprognosen für die Euro-Zone gesenkt. Jüngste IWF-Schätzungen für das laufende Jahr sähen nur noch einen Anstieg des Bruttoinlandsprodukts (BIP) von etwas über zwei Prozent und für 2002 von rund 2,5 Prozent vor. Gleichzeitig sinkt auch die Inflation dank niedriger Ölpreise unter 2%.
Im April hatte der IWF für 2001 noch 2,4 Prozent und für 2002 von 2,8 Prozent prognostiziert. Der Fonds hatte am Montag Abend die Finanzminister der Euro-Zone über eine vorläufige Version eines IWF-Berichts über die wirtschaftliche Lage im Währungsraum informiert. Der IWF will die endgültige Fassung des Papiers im September veröffentlichen.
Deutschland-Prognose: Wachstum schrumpfte von 1,9% auf 1,25%
Am Vormittag hatte das Deutsche Institut für Wirtschaftsforschung (DIW) seine Wachstumsprognosen für Deutschland 2001 auf ein Prozent zurückgenommen. Bereits am Montag hatte der IWF nach Angaben des Bundesfinanzministeriums auch seine Prognosen für Deutschland gesenkt. Er gehe für die größte Volkswirtschaft der Euro-Zone 2001 nur noch von einem BIP-Zuwachs um 1,25 Prozent aus, teilte das Ministerium mit. Im April hatte der Fonds noch ein Wachstum von 1,9 Prozent prognostiziert.
Dank niedriger Ölpreise sinkt Inflation unter 2%
Die Inflation in der gesamten Euro-Zone wird nach den Worten des französischen Notenbankchefs Jean-Claude Trichet im ersten Halbjahr 2002 unter zwei Prozent sinken. "Wir alle glauben, dass nach unseren eigenen Beobachtungen und unserer Politik die Inflation in Europa unter zwei Prozent liegen wird, und ich spreche natürlich vom harmonisierten Verbraucherpreisindex in der Euro-Zone im ersten Halbjahr des kommenden Jahres". Die Kontrolle des Preisniveaus sei "essentieller" Bestandteil der Geldpolitik der EZB, sagte Trichet, der Mitglied im Rat der Europäischen Zentralbank (EZB) ist.
Alles, was für niedrigere Ölpreise in der Euro-Zone unternommen werden könnte, seien gute Nachrichten für das Währungsgebiet, fügte Trichet hinzu. "Es würde gleichzeitig helfen, die Inflation zu schwächen und die Wirtschaft anzukurbeln. Ich denke, dass es ein übergreifendes, vorrangiges Interesse ist, Ölpreise auf einem vernünftigen Niveau zu haben", sagte Trichet.
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