Studie: Wirtschaftskriminalität kostet täglich 20.000 €

Wirtschaftskriminalität - leider ein Thema für beinahe jedes 2. europäische Großunternehmen. Das ist das Ergebnis einer Studie von PricewaterhouseCoopers (PwC). 3.400 Unternehmen, gemeinnützige Institutionen und Behörden in 15 Ländern West- und Mitteleuropas wurden befragt.
Allein die befragten Unternehmen beziffern den entstanden Schaden in den vergangenen beiden Jahren mit 3,6 Mrd. Euro (49,5 Mrd. S) an. Im Schnitt entsteht jeder dieser Firmen pro Tag ein Schaden von mehr als 20.000 Euro.
Die Wiederbeschaffung der unterschlagenen Vermögenswerte erscheint laut PwC schwierig. Nur 20 Prozent der befragten europäischen Unternehmen gelingt es, zumindest die Hälfte des erlittenen Verlustes zurückzuerhalten.
Österreich-Schnitt: Jede 5. Firma klagt über Diebstahl
Insgesamt wurden in den Jahren 1999 und 2000 rund 28 Prozent aller Unternehmen Europas Opfer von Wirtschaftskriminalität. Bei Unternehmen mit mehr als 5.000 Mitarbeitern waren es sogar 43 Prozent. In Österreich, wo 211 Unternehmen untersucht wurden, gab jedes fünfte Unternehmen an, durch Vermögensdelikte geschädigt worden zu sein.
Damit steht Österreich im europäischen Vergleich zwar relativ gut da. Laut PwC könnte diese niedrige Quote aber auch darauf hindeuten, dass überdurchschnittlich viele Delikte nicht entdeckt oder verschwiegen werden.
Die Täter: In den meisten Fällen Mitarbeiter!
Überdurchschnittlich stark leiden Österreichs Unternehmen unter Wirtschaftsverbrechen begangen durch eigene Mitarbeiter. 78 Prozent der Delikte - meist Unterschlagungen und Treubruch - werden nach Angaben von PwC hier zu Lande vom eigenen Personal und Management begannen. In Gesamteuropa beträgt diese Quote knapp 60 Prozent. In Zukunft erwarten sich Österreichs Unternehmens genauso wie jene in Europa jedoch vor allem eine verstärkte Bedrohung von außen durch das Internet.
Grundsätzlich sind die Unternehmer eher pessimistischer, was die künftige Entwicklung der Wirtschaftskriminalität betrifft. Rund drei Viertel sind der Ansicht, dass die Bedrohung durch Vermögensdelikte in den nächsten fünf Jahren zumindest gleichbleiben, wenn nicht wachsen wird.
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