Montag, 9. Juli 2001

Größtes Risiko laut MTI-Experte: Die Inflation

Die Zinssenkungen der US-Notenbank und die Steuersenkungen haben die Voraussetzungen dafür geschaffen, dass sich die amerikanische Wirtschaft im Herbst spürbar erholen wird. Das sagte der Wirtschaftsprofessor Rudi Dornbusch vom Massachusetts Institute of Technology.

Es sei sehr wahrscheinlich, dass die amerikanische Wirtschaft in den letzten drei Monaten des Jahres auf einen Wachstumspfad von 2,5 bis 3 Prozent zurückkehren werde.

Als größtes Risiko bezeichnete Dornbusch die Inflation: "Sollten die Akteure an den Finanzmärkten Recht behalten, dann verlieren wir die Stabilität in der Wirtschaft und steuern auf eine Rezession zu." Die Wahrscheinlichkeit eines gefährlichen Schubs in der Teuerung bezifferte Dornbusch gleichwohl nur auf 35 Prozent. "Zu 65 Prozent wird sich das Produktivitätswachstum erholen und die Inflationssorgen wegpusten."

Viel wichtiger sei, dass die Geldpolitik der US-Notenbank verlässlich sei und vorhersehbar sei. Dann übernähmen die Märkte einen Großteil der Arbeit.

Euro ist unterbewertet
Dornbusch teilt nach Angaben der "Frankfurter Allgemeinen" die Einschätzung der europäischen Währungshüter, dass der Euro auf seinem aktuellen Niveau unterbewertet sei. "Wahrscheinlich um 10 oder 15 Prozent. Ich habe aber Zweifel, dass wir in naher Zukunft Kurse von mehr als 1 Dollar je Euro sehen werden", sagte Dornbusch der Zeitung. In der Stärke des Dollar spiegeln sich seiner Ansicht nach die unterschiedlichen Wachstumsperspektiven in den USA und in Europa wider.

9.7.2001 10:45