Montag, 9. Juli 2001

Beratung über Euroschwäche

Die Finanzminister der sieben größten Industriestaaten beraten in Rom über die Konjunktur und Euroschwäche. Das Treffen dient der Vorbereitung des Weltwirtschafts-Gipfels in Genua in zwei Wochen.

Noch vor Beginn des Finanzministertreffens verbreitete Deutschlands oberster Kassenhüter Hans Eichel erwartungsfroh, O'Neill werde sicherlich Konkreteres, Erfreulicheres über die Aussichten der US-Konjunktur zu sagen haben, als noch beim letzten G-7-Treffen vor zehn Wochen in Washington.

O'Neill enttäuschte denn auch nicht. Mehr als zwei Prozent Wachstum im vierten Quartal stellte er für die US-Wirtschaft in Aussicht, und das nach 1,2 Prozent im ersten Quartal und vermutlich noch weniger im zweiten. In Richtung auf drei Prozent sah Italiens neuer Finanzminister Giulio Tremonti die USA im Jahr 2002 marschieren.

Den Europäern schien danach ein Stein vom Herzen zu fallen. Dabei ist diese Aussage ihres US-Kollegen nur eine weitere Prognose, die, wie die Erfahrung zeigt, schnell wieder korrigiert werden könnte.

Eichel ist auch für die Euro-Zone optimistisch: Zwar sei hier eine "Wachstumsabflachung" zu verzeichnen. Das Wachstum sei aber dennoch stärker als in den USA. Außerdem gebe es ein paar positive Signale.

Der Gipfel der Inflation scheine erreicht zu sein. Auch die Auftragseingänge seien stärker als erwartet. Es sei aber noch zu früh um sagen zu können, ob dies nachhaltig sein werde. "Von Rezession zu reden ist Unfug", sagte der Finanzminister. Europa sei der robusteste Teil der drei großen Wirtschaftsräume.

9.7.2001 11:37