Samstag, 14. Juli 2001

Sieg auf dem Hochkar vor Pauritsch und Totschnig

Maurizio Vandelli, italienischer Legionär im Radteam Stabil Steiermark, hat beim UNIQA-Classic den Hattrick geschafft. Bei seinem dritten Gesamtsieg in Folge verwies Vandelli den Staatsmeister Jürgen Pauritsch (+33 Sekunden) und den Topfavoriten Georg Totschnig (43) auf die Plätze.

Vandelli, dem heuer bei der Bank-Austria-Tour von seinem Teamkollegen Hans Peter Obwaller die Show gestohlen worden war, hielt sich mit dem Erfolg im zweiten ÖRV-Etappenrennen schadlos. Überglücklich widmete er den Sieg seiner Freundin Sylvia, die im Jänner ein Kind erwartet. "Ich habe vier Kilometer vor dem Ziel attackiert und als niemand mitkam, habe ich durchgezogen", sagte der Italiener, der in einem Monat 37 Jahre alt wird.

Totschnig und Pauritsch hatten mit Vandelli das Spitzentrio gebildet, nachdem fünf Kilometer vor dem Ziel die große Auslese in der rund 20-köpfigen Spitzengruppe erfolgt war. Totschnig und Vandelli setzten abwechselnd Attacken, der Stabil-Fahrer hatte schließlich die besseren Beine. "Er hat so lange attackiert, bis wir nicht mehr mitkonnten", sagte Pauritsch. Der 24-jährige Steirer war zufrieden ("Ich habe meinen Titelgewinn bestätigt"), ärgerte sich aber doch ein bisschen über die Niederlage gegen seinen Trainingspartner. "Aber ich stehe erst am Anfang meiner Karriere, drei Mal zu gewinnen, das zeigt von Klasse", meinte er anerkennend.

Totschnig musste wie im Finish der Bank-Austria-Tour 1999 auf dem Kaunertaler Gletscher die Überlegenheit Vandellis anerkennen. Doch während das Classic für Vandelli ein erklärter Saisonhöhepunkt war, ist Totschnigs Formkurve nach der Tour de Suisse schon etwas im Sinken. "Ich konnte mit Vandelli nicht mehr mithalten", meinte der schließlich um 38 Sekunden distanzierte Zillertaler. Angesichts des verpassten Sieges sei es ihm egal gewesen, ob er Zweiter oder Dritter würde. Nun folgt für den Gerolsteiner-Kapitän eine Pause, ehe er mit Blickrichtung WM in Lissabon neu aufbaut.

14.7.2001 15:59