Die Bewerber für die 19. Olympischen Sommerspiele

Die fünf Städte, die sich um die 19. Olympischen Sommerspiele 2008 bewerben, präsentieren sich am Freitag der IOC-Session in Moskau in der (ausgelosten) Reihenfolge Osaka, Paris, Toronto, Peking und Istanbul. Bereits am Donnerstag haben die Bewerber Gelegenheit, sich nochmals den Medien vorzustellen.
Als Favoriten gelten Peking, Paris und Toronto, ohne Chance scheinen Istanbul und Osaka zu sein. Paris war als einziger der Kandidaten bereits Olympia-Gastgeber (1900 und 1924). Schauplatz von Sommerspielen waren auch schon Japan (Tokio 1964) und Kanada (Montreal 1976). China und die Türkei würden erstmals Olympia durchführen. Der Gewinner benötigt die absolute Mehrheit der abgegebenen Stimmen. Nach jedem Wahlgang scheidet die Stadt mit den wenigsten Stimmen aus.
Die fünf Bewerber im Kurzporträt:
PEKING:
Gescheiterter Anlauf für 2000
12 Millionen Einwohner
Zustimmung der Bevölkerung: 95 Prozent (laut IOC-Umfrage bestätigt)
Budget: 28,9 Mrd. S
Wettkampfstätten: 37, davon 22 neue (bis 2006)
Athletendorf in großem Park im Norden der Stadt, 15 Sportarten im Umfeld, 17.600 Betten.
Bewertung der IOC-Evaluations-Kommission: Exzellente Bewerbung mit totaler Unterstützung der Regierung, die zum einmaligen Vermächtnis für den Sport und China werden könnte.
Pro: Das größte Land der Erde war noch nie Olympia-Schauplatz, schnellere Öffnung eines gigantischen, attraktiven Wirtschaftsraumes.
Kontra: Menschenrechtsprobleme.
PARIS:
Olympia-Gastgeber 1900 und 1924, gescheiterter Anlauf für 1992
2 Mio Einwohner (11 Mio im Großraum)
Zustimmung der Bevölkerung: 79 Prozent laut eigenen Angaben (66 Prozent laut IOC-Umfrage)
Budget 50,6 Mrd. S
Wettkampfstätten: 39, davon 17 neue, für über 50 Prozent der Athleten innerhalb von fünf Minuten zu erreichen
Athletendorf im Nordwesten der Stadt mit 17.300 Betten, 13 Sportarten im Umfeld.
Bewertung IOC-Kommission: Exzellente, attraktive Bewerbung, solide Unterstützung der Regierung.
Pro: Frankreichs "Geheimdiplomatie", zuletzt guter Ruf als Großveranstalter (Fussball-WM 1998)
Kontra: Sommerspiele 2004 in Athen und damit bereits in Europa, Winterolympia 1992 in Albertville hat den Ruf als mittelmäßige Veranstaltung.
TORONTO (Kanada):
Gescheiterter Anlauf für 1996
2 Mio Einwohner (5 Mio im Großraum)
Zustimmung der Bevölkerung 90 Prozent (71 Prozent laut IOC-Umfrage)
Budget 65,0 Mrd. S
Wettkampfstätten: 35, davon 9 neue inkl. Olympiastadion, 85 Prozent der Sportstätten zu Fuß erreichbar
Athletendorf im Olympiazentrum am See, 16.960 Betten
Bewertung IOC-Kommission: Exzellente Bewerbung, umfassende Unterstützung der Regierung, sehr gute Transportbedingungen, gewisse Risiken durch private Teilfinanzierung
Pro: Ausgezeichneter Ruf Kanadas in der Sportwelt, auch durch forcierte Dopingbekämpfung.
Kontra: Opfer der Polarisierung zwischen Peking und Paris.
OSAKA (Japan):
Erste Bewerbung
2,6 Mio Einwohner (11 Mio im Großraum)
Zustimmung der Bevölkerung 76 Prozent (laut IOC-Umfrage nur 52 Prozent)
Budget 75,9 Mrd. S
Wettkampfstätten: 13 Komplexe, verteilt auf drei künstliche Inseln
Athletendorf nahe beim Olympiastadions, 17.300 Betten
Bewertung IOC-Kommission: Erstklassige Sportstätten, volle Unterstützung der Stadt, Transportrisiko und komplizierte Infrastruktur.
Pro: Kompetenz Japans in Technik und Organisation
Kontra: Im Schatten des asiatischen Konkurrenten Peking, relativ schwache Noten der IOC-Evaluations-Kommission.
ISTANBUL (Türkei):
Dritte Bewerbung nach 2000 und 2004
11 Mio Einwohner
Zustimmung der Bevölkerung: 88 Prozent (laut IOC-Umfrage 86 Prozent)
Budget 28,9 Mrd. S
Wettkampfstätten: 11 vorhandene, acht Umbauten, 12 neue
Im Olympiapark (17 Sportarten) und Süd-Zentrum (5)
Athletendorf: 3 km vom Olympiapark, 17.630 Betten.
Bewertung IOC-Kommission: Eine komplexe Planung; trotz voller Garantie des Staates bleiben starke Bedenken wegen Finanzierung, Infrastruktur und Transport.
Pro: Die Türkei als Brücke zwischen Europa und Asien war noch nie Olympiaschauplatz; Unterstützung von Regierung und Bevölkerung.
Kontra: Große politische und wirtschaftliche Risiken, Menschenrechte (Kurden-Problem).
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