O'Grady verteidigt Gelbes Trikot erfolgreich

Tour de France Übersicht-Grafik
Der zuletzt vom Pech verfolgte Laurent Jalabert ist auf der vierten Etappe der 88. Tour de France auf die Siegerstraße zurückgekehrt. Der 32-jährige behielt auf dem hektischen Teilstück mit einigen Attacken am Ende die Oberhand. Der Franzose gewann den Sprint gegen seinen Ausreißerkollegen Ludo Dierckxens und damit seine vierte Tour-Etappe.
Der Sprung ins Gelbe Trkot, das er zwischenzeitlich theoretisch schon getragen hatte, blieb ihm aber versagt. Denn das Hauptfeld mit allen Assen und dem Gesamtführenden Stuart O'Grady kam am Ende noch bis auf sieben Sekunden an Jalabert heran, damit fährt Stuart O'Grady weiter in Gelb.
Märchen ging in Erfüllung
Für Jalabert ging mit seinem Sieg, dem 150. Profierfolg seiner Karriere, vielleicht ein Märchen in Erfüllung. Denn im Frühjahr war der 32-Jährige nach einem Sturz von einer Leiter (beim Wechseln einer Glühlampe) im eigenen Haus in Genf mit angebrochenem Rückenwirbel Wochen lang ans Bett gefesselt. Bei der Rückkehr der Tour von Belgien nach Frankreich aber schlug seine Stunde. Jalabert hatte sich auf der Etappe von Huy über 215 km nach Verdun mit Dierckxsens und dem Spanier Francisco Mancebo knapp 30 km vor dem Ziel aus dem 80-köpfigen Hauptfeld abgesetzt, Mancebo fiel kurz vor dem Ziel noch zurück. Der Franzose und der Belgier aber retteten sieben Sekunden Vorsprung. Jalabert schob sich dank der Zeitgutschrift auf den zweiten Platz in der Gesamtwertung nach vor, 18 Sekunden hinter O'Grady.
"Ich brauchte es dringend, zu gewinnen", meinte Jalabert, "weil ich daran gewöhnt bin. Ich habe über lange Jahre gewonnen. Und wenn man dann keinen Erfolg mehr hat, verlernt man es. Man macht Fehler."
Kein Ruhetag für Spitzenteams
Für die Spitzenteams wurde es aber nichts mit dem Ruhetag vor dem Mannschafts-Zeitfahren am Donnerstag über 67 km. Denn auf dem zweiten der vier Anstiege mit geringem Schwierigkeitsgrad hatte sich nach 46 km eine neunköpfige Spitzengruppe gebildet, in der neben Udo Bölts (Heltersberg) mit Bobby Julich (USA) und Michael Boogerd (Niederlande) auch zwei für die Favoriten gefährliche Leute im Gesamtklassement fuhren. Die Gruppe hatte zeitweise über zehn Minuten Vorsprung.
Casagrande gab auf
Das "Spielchen" wurde Armstrong zu heiß: Sein US-Postal-Team leistete die Hauptarbeit, die neun Ausreißer wieder einzuholen. Nach dem Zusammenschluss bildete sich eine neue, 39 Fahrer starke Spitzengruppe mit allen Topfahrern, die schnell anwuchs. Das Hauptfeld dahinter hielt sich zurück. Leidtragender war auch Erik Zabel. Der deutsche Sprintspezialist hatte im Ziel über 18 Minuten Rückstand. Noch schlimmer verlief der Tag für den Italiener Francesco Casagrande. Der als Mitfavorit gehandelte ehemalige Weltranglisten-Erste musste wegen Schmerzen an seinem beim Giro d'Italia gebrochenen Handgelenk aufgeben.
4. Etappe (Huy - Verdun/215 km)
1. Laurent Jalabert (FRA) 5:17:49 Std. (Schnitt: 40,589 km/h)
2. Ludo Dierckxsens (BEL) gl. Zeit
3. Damien Nazon (FRA) + 0:07 sek.
4. Fred Rodriguez (USA)
5. Alessandro Petacchi (ITA)
6. Sven Teutenberg (GER)
7. Robert Hunter (RSA)
8. Stuart O'Grady (AUS)
9. Paul Van Hyfte (BEL)
10. Sebastien Talabardon (FRA)
weiter:
18. Christophe Moreau (FRA)
22. Joseba Beloki (ESP)
30. Lance Armstrong (USA)
32. Jens Voigt (GER)
33. Jan Ullrich (GER)
34. Igor Gonzalez Galdeano (ESP)
35. Bobby Julich (USA) alle gl. Zeit
128. Erik Zabel (GER) + 18:08 Min.
Gesamtwertung
1. O'Grady 19:32:49 Std.
2. L. Jalabert + 0:18 Sek.
3. Moreau 0:23
4. Voigt 0:26
5. Galdeano 0:26
6. Julich 0:27
7. Armstrong 0:27
8. Ullrich 0:30
9. Florent Brard (FRA) 0:30
10. Santiago Botero (COL) 0:33
11. Beloki 0:36
Familiendrama in St. Pölten16:26
Bluttat: Tochter Zeuge?Vater schoss auf Sohn und richtete sich selbst. Waffenbesitz des 37-Jährigen illegal
Pilatus PC-6 und PC-708:27
BH verkauft OldtimerBundesheer trennt sich von Propellermaschinen. Auch Panzer stehen vor dem Verkauf.
Grand Prix von Monaco15:49
Fünfter trotz BestzeitSchumi Schnellster in Monaco. Wegen Rückstufung dennoch Webber in der Pole.
