Schäuble: Skeptisch zu Reinplantationsdiagnostik

Für ein klares "Nein" zum Klonen von Menschen, für ein "klares Nein zum Eingriff in die menschliche Keimbahn und gegen die Embryonenzucht" sprach sich Wirtschaftsminister Martin Bartenstein am Freitag zum Abschluss der VP-Bioethikkonferenz in Wien aus.
Bartenstein meinte, die "Embryonenzucht", wie es sie in den USA gebe, halte er für nicht gut. Es gebe bei der Invitrofertilisation genügend verfügbare Embryonen und auch Atulp-Stammzellen könnten die Forschung weiterbringen. Ein Eingrenzung der Wissenschaft empfinde er aber als problematisch. Das würde lediglich Standortnachteile hervorrufen.
Er trete für eine offene und ehrliche Diskussion auf nationaler Ebene ein, meinte der Minister. Man müsse aber auch bedenken, dass Regelungen auch auf europäische Ebene abgestimmt sein sollten. Zu große regionale Unterschiede würden zu einem medizinischen Tourismus führe, so Bartenstein.
Schäuble erklärte, er sehe das Leben als etwas "das uns gegeben wird und nicht als etwas, was wir kontrollieren und designen können". Reinplationsdiagnostik stehe der "sehr skeptisch" gegenüber. Man müsse auch akzeptieren können, dass es kein Recht auf Kinder gebe.
Was er den österreichischen Politikern aus der deutschen Debatte raten könne, sei, andere Positionen nicht als mehr oder weniger moralisch zu bewerten, sondern diese ebenfalls zu respektieren. "Schnelle Gewissheiten" könne es jedenfalls nicht geben, meinte Schäuble. Auch in Deutschland hätte es eine Debatte "mit hohem Erregungspotential" gegeben - er Schäuble hoffe jedenfalls, dass es auch zu einer europäischen Debatte komme.
Der Moraltheologe Günter Virt meinte, das Leben sei eine kostbare, aber endliche Gabe. Die Menschen müssen lernen, mit diese Endlichkeit konstruktiv umzugehen. Auch müsse man lernen, mit dem Wissenszuwachs umzugehen und diesen zu kultivieren. Grundlage dafür müssten Menschenwürde und Menschenrechte sein.
Dieser Würdeschutz müsse für alle Phasen des menschlichen Lebens gelten. Aktuell zeige sich Gefahr der Spaltung der menschlichen durch die Aufweichung des Würdeschutzes am Beginn und am Ende des Lebens. Wer glaube, dass sich das ethisch richtige langfristig auch als das wirklich Nützliche herausstellen werde.
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