Protestanten wollten Polizeisperren durchbrechen

Bei gewalttätigen Ausschreitungen während eines protestantischen Oraniermarsches sind am Donnerstagabend in Belfast erneut fünf Polizisten verletzt worden. Nach Polizeiangaben kam es im katholischen Viertel Ardoyne zu Zusammenstößen, als junge Protestanten eine Polizeisperre durchbrechen wollten.
Ein Polizist wurde dabei von Beilschlägen schwer verletzt. Die Ordnungskräfte trieben die etwa 200 Unruhestifter mit einem Wasserwerfer auseinander. Auch im Zentrum der nordirischen Hauptstadt rund um den Shaftsbury Square kam es demnach zu Krawallen.
Insgesamt marschierten am Donnerstag rund 100.000 Mitglieder des Oranierordens auf Paraden in ganz Nordirland. Donnerstag früh wurden in Portadown nahe Belfast bereits 19 Polizisten und zwei Zivilisten verletzt. Die Stimmung in Nordirland ist angespannt, weil kein Ausweg aus der derzeitigen Krise des Friedensprozesses in Sicht ist. Verhandlungen bei Birmingham waren am Mittwochabend ergebnislos abgebrochen worden. Zwar sollen sie an diesem Freitag wieder aufgenommen werden, aber beide Seiten zeigen sich völlig kompromisslos. Hauptstreitpunkt ist die von den Protestanten geforderte Entwaffnung der pro-irischen Untergrundorganisation IRA.
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