Donnerstag, 12. Juli 2001

Parteisäuberung, Anti-EU-Kurs und Kärntenwahl

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Mit Parteisäuberung, Anti-EU-Kurs und Kärntenwahl will Haider seinen Traum zur Wirklichkeit machen: Den Traum, als Kanzler am Ballhausplatz vorzufahren. NEWS verrät den Stufenplan des Ex-FP-Chefs.

1. Der Chef bin ich: Westenthaler im Out
Jörg Haider hat den FP-Klubchef nicht nur zwecks Imagepolitur in seinem „Krieg“ gegen den ORF zurückgepfiffen. Haider will einerseits weg vom „Rambo“-Image, andererseits die Kontrolle über den Nationalratsklub wiederhaben. Sie müssen seine politischen Strategien für die nächste Nationalratswahl umsetzen. Keine Beschlüsse ohne Haider.

2. Parteisäuberung: FP-Ländertroubles
Nach dem niederösterreichischen Vizechef Ewald Stadler wird nun auch der Tiroler FP-Chef Christian Eberharter abgelöst. Geht es nach Susanne Riess-Passer soll auch der Salzburger FP-Chef Karl Schnell bald seines Jobs verlustig werden. Der Grazer FP-Chef Peter Weinmeister soll durch Tourismusstaatssekretärin Mares Rossmann ersetzt werden.

3. EU-Osterweiterung: Volksabstimmung
Im Herbst wird der Kärntner Landeshauptmann erneut eine Befragung oder Abstimmung über die geplante EU-Osterweiterung fordern. Um sich dann in ein direktes Duell mit Kanzler Schüssel zu stürzen. Mit EU-Skepsis und Forderung nach direkter Demokratie will Haider verunsicherte FP-Wähler rechtzeitig vor der nächsten Wahl bei Laune halten.

4. Steuerreform: Kleiner Mann
Die Steuerreform- Debatte will Haider dann im Jänner 2002 entfachen. Haider wird ultimativ eine Steuerentlastung im Umfang von 30 Milliarden Schilling fordern. Sie soll für die „kleinen Leute“ sein. Auch wenn Haider um die Unfinanzierbarkeit des Vorhabens weiß, will er der ÖVP den schwarzen Peter zuschieben.

5. Kärnten: Haider-Plebiszit
Haider plant, die Kärntner Landtagswahl von 2004 auf Frühjahr oder Herbst 2002 vorzuverlegen. Möglicher Grund für Neuwahlen: Landesbudget 2003. Haider strebt die absolute Mehrheit, die – mangels starker Gegner – in Kärnten durchaus realistisch ist, an.

6. Ballhausplatz: Haiders Ziel
Mit einer satten Mehrheit ausgestattet, will Haider wie einst sein früheres Vorbild und nunmehriges Feindbild Gerhard Schröder 2003 als blauer Kanzlerkandidat in die nächste Nationalratswahl ziehen. Mit Anti-EU-Parolen und „Modell Kärnten“.

Die gesamte Story zu Haiders Schlachtplan lesen Sie in der aktuellen Ausgabe von NEWS.

12.7.2001 10:47