Weltbevölkerung wächst täglich um 225.000 Menschen

Die Weltbevölkerung ist zwar nach Erhebungen der Vereinten Nationen weiterhin im Steigen begriffen, jedoch wird diese durch ein erhebliches Ungleichgewicht zwischen Entwicklungs- und Industrieländer gekennzeichnet sein. Im Jahr 2000 gab es bereits fünf Milliarden Menschen in den Entwicklungsländern im Gegensatz zu 1,1 Milliarden in den Industriestaaten.
Das gab die Österreichische Stiftung für Weltbevölkerung und Internationale Zusammenarbeit (SWI) auf einer Pressekonferenz in Wien bekannt.
Derzeit leben 6,1 Milliarden Menschen auf der Erde, in den kommenden 50 Jahren wird die Zahl der Bevölkerung nach der UNO-Prognose voraussichtlich auf 9,3 Milliarden anwachsen. "Dabei ist zu sehen, dass das Wachstum in manchen Industrieländern nahezu zum Stillstand gekommen ist. In diesen Staaten werden die Menschen nicht nur weniger, sondern auch immer älter", erklärte Rainer Münz, Professor der Bevölkerungswissenschaften an der Humboldt Universität in Berlin und Vorsitzender von SWI. Zum Beispiel macht der Anteil der über 60-Jährigen in den Industriestaaten bereits jetzt schon ein Fünftel der Bevölkerung (20 Prozent) aus.
95 Prozent des Bevölkerungswachstums in Entwicklungsländern
Im Gegensatz dazu findet heute 95 Prozent des Wachstums in den Entwicklungsländern statt. "Und das trotz der Aids-Seuche in Afrika. Nur in Südafrika schrumpft die Bevölkerung auf Grund des HI-Virus. Dort ist die Lebenserwartung sogar um 20 Jahre zurückgegangen", sagte Münz.
Größter Zuwachs in Asien
Absolut am größten wird der Bevölkerungszuwachs bis 2090 in Asien sein. "Die UN-Prognose rechnet in Asien mit einem Anstieg von derzeit 3,67 auf 5,43 Milliarden", meinte der Professor. Fast so groß ist der erwartete Zuwachs in Afrika von 794 Millionen auf knappe zwei Milliarden Menschen. In Lateinamerika und der Karibik soll die Einwohnerzahl von den derzeitigen 519 Millionen auf 806 Millionen im Jahr 2050 wachsen. "Von den heute hoch industrialisierten Staaten werden nur die USA und Kanada in der ersten Hälfte des 21. Jahrhunderts deutliche Anstiege haben. Beide Staaten hatten im Jahr 2000 etwa 314 Millionen Einwohner, für 2050 erwarten die UN-Statistiken 438 Millionen", so Münz.
Anteil der Europäer an Weltbevölkerung wird von 12 auf 6% sinken
Das heißt: Demnach wird sich die Bevölkerung in Afrika mehr als verdoppeln (plus 150 Prozent), in Asien und Lateinamerika um 50 Prozent wachsen. Auch in den USA und in Kanada wird auf Grund der Zuwanderung die Zahl der Einwohner um 30 Prozent steigen. Der Anteil der Europäer an der Weltbevölkerung wird hingegen von zwölf auf sechs Prozent abnehmen.
"Diese unterschiedliche Wachstumsdynamik führt zu einer Verschiebung der demographischen Gewichte der einzelnen Kontinente", so Münz. "Der generelle Anstieg erklärt sich aus dem Ungleichgewicht zwischen Geburten und Sterbefällen. Vergangenes Jahr kamen 136 Millionen Kinder zur Welt, 54 Millionen Menschen starben. Das ist ein Plus von 225.000 Menschen pro Tag", erklärte der Experte.
Familiendrama in St. Pölten16:26
Bluttat: Tochter Zeuge?Vater schoss auf Sohn und richtete sich selbst. Waffenbesitz des 37-Jährigen illegal
Raubvögel vergiftet11:09
Falken ausgerottetBregenz: Taubenzüchter vergiftet gesamte Population am Pfänderstock
