Dienstag, 10. Juli 2001

UNICEF fordert gesetzliche Schutzmaßnahmen

Kleinwaffen sind laut UNICEF gegenwärtig die bevorzugten Kampfgeräte in Kriegs- und Nachkriegsgebieten. Ihr Gebrauch und ihr Missbrauch führten weltweit zu Tod und Verletzung von Tausenden Kindern.

Das UNO-Kinderhilfswerk UNICEF fordert "sofortige Aktionen", um Kinder vor Kleinwaffen zu schützen. Es sei nicht tolerierbar, dass immer mehr Kinder und junge Menschen werden durch Kleinwaffen verletzt und getötet würden, teilte UNICEF am Donnerstag in einer Aussendung mit. Das UNO-Kinderhilfswerk erinnerte die Teilnehmer der UNO-Kleinwaffenkonferenz in New York daran, dass vorwiegend Kinder und Jugendliche Opfer von Gewalt seien.

1990 seien durch bewaffnete Konflikte mehr als zwei Millionen Kinder getötet wurden, sechs Millionen verkrüppelt und 20 Millionen aus ihrer Heimat vertrieben wurden. Etwa 300.000 Kinder würden zur Zeit an bewaffneten Konflikten teilnehmen, in denen Kleinwaffen in die Hände von Kindern gegeben würden.

"Wir sehen die Realität des Waffenhandels und das Wesen des Krieges", sagte Kul Gautam, stellvertretender Direktor von UNICEF. "Die Welt kann nicht mehr länger die verheerenden Auswirkungen von Kleinwaffen auf Kinderleben ignorieren. Wir müssen mehr tun, um die Kinder zu schützen."

UNICEF forderte die Konferenzteilnehmer auf, sich in den Beratungen und im Abschlußdokument mit einer Reihe von Punkten auseinanderzusetzen: Gesetze, um Kinder vor Kleinwaffen zu schützen; ein Rekrutierungsstop für Kindersoldaten; Demobilisierung und Reintegration für Kindersoldaten; Vorschriften für den Kleinwaffenhandel, vor allem für Export in Konfliktgebiete; Einhaltung von Waffenembargos inklusive Bestrafung von Übertretungen; Förderung und Unterstützung von Programmen zur Sammlung und Vernichtung von Waffen; Friedenserziehung und ähnliche Sensibilisierungsprogramme; Maßnahmen zur besseren Kontrolle von Produzenten und Händlern.

10.7.2001 16:43