Er soll 80 Mill. US-Dollar unterschlagen haben

Der gestürzte philippinische Präsident Joseph Estrada muss sich seit Dienstag wegen "wirtschaftlicher Plünderung" des Landes vor einem Anti-Korruptionsgericht in Manila verantworten. Die Ermittler werfen dem früheren Staatschef vor, während seiner 31-monatigen Amtszeit rund 80 Millionen US-Dollar (93,6 Mill. Euro/1.288 Mill. S) öffentlicher Mittel "abgezweigt" zu haben.
"Wirtschaftliche Plünderung" gilt als Kapitalverbrechen. Im Falle einer Verurteilung droht Estrada die Todesstrafe. Zum Prozessauftakt verweigerte Estrada die Aussage.
Der 64-Jährige, der mit einem Polizeihubschrauber zum Gerichtsgebäude gebracht wurde, weigerte sich zum Auftakt des Verfahrens, zur Anklage Stellung zu nehmen. Das Gericht wertete dies als Plädoyer auf "nicht schuldig". Vor dem Gebäude versammelten sich Hunderte von Anhängern und Gegnern Estradas. Wegen befürchteter Zusammenstöße waren dort mehrere tausend Polizisten postiert.
Das Verfahren begann mit fast zweistündiger Verspätung. Versuche der Anwälte Estradas, es in letzter Minute weiter hinauszuzögern, blieben aber ohne Erfolg. Die Anwälte hatten dem obersten Gericht des Landes eine Petition vorgelegt, mit der sie die Verfassungsmäßigkeit des Gesetzes überprüfen lassen wollen, das Grundlage der Anklage ist.
Gegen Estrada läuft bereits seit dem 27. Juni ein Verfahren wegen Meineids, weil er vor zwei Jahren falsche Angaben über sein Vermögen gemacht haben soll. Auf Meineid stehen im Höchstfall sechs Jahre Gefängnis.
Der ehemalige Schauspieler war am 20. Jänner nach zweieinhalb Jahren im Amt in einem unblutigen Volksaufstand mit Unterstützung des Militärs gestürzt worden. Unmittelbar danach hatte die bisherige Vizepräsidentin Gloria Macapagal Arroyo das höchste Staatsamt des Landes übernommen. Drei Monate nach seinem Sturz wurde Estrada verhaftet. Wegen diverser Leiden ist er zurzeit in einem Militärkrankenhaus untergebracht.
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