Praktikantin wird seit 2 Monaten vermisst!

Steht Amerika vor der "Lewinsky-Affäre II" - oder gar vor einem Mord-Krimi? Seit Wochen berichten US-Medien von einer Praktikantin, die mittlerweile seit 30. April vermisst wird. Ein US-Abgeordneter musste jetzt gestehen: "Ja, ich hatte eine Affäre mit Chandra Levy..." Laut Polizei hat er mit einem möglichen Verbrechen an der Praktikantin nichts zu tun. Das beruhigt die besorgten Eltern des Mädchens nicht: Sie fordern, dass sich der US-Politiker einem Lügendetektor-Test unterzieht!
Der demokratische Abgeordnete des US-Repräsentantenhauses Gary Condit liebt normalerweise das Rampenlicht. Doch seit zwei Monaten meidet er jeden öffentlichen Auftritt. Seit Gerüchte über seine Verbindung zur verschwundenen Regierungspraktikantin Chandra Levy kursieren. Der Druck wurde so groß, dass Condit sogar ganz abtauchte und kurzfristig die traditionelle Parade zum Unabhängigkeitstag in seinem Heimatstaat Kalifornien absagte. Erst bei seiner dritten (!) Befragung gab Condit zu, was bereits die Spatzen von den Dächern pfiffen - seine Affäre mit der hübschen Praktikantin.
Tante brachte Politiker zum Reden
Nicht zuletzt das Interview mit einer Tante der Vermissten lockerte die Zunge des schweigsamen Abgeordneten. Sie erzählte den Medien, was ihr die 24-Jährige Nichte gebeichtet hat. Nämlich dass sie eine Beziehung mit dem 53-jährigen Abgeordneten hat. "Sie hat Condit mehrmals in seinem Appartement besucht. Und er hat ihr ein goldenes Armband geschenkt..."
FBI verhörte Politiker und dessen Frau
In einer kurzen schriftlichen Erklärung bestätigte Condit, dass das FBI auch seine Frau über die Tage, in denen Chandra Levy verschwand, befragte. Im Fernsehsender Fox News hieß es, die Polizei habe dabei auch ihre Aussagen mit den früheren Erklärungen Condits abgeglichen. Der Abgeordnete hatte immer erklärt, er sei lediglich ein "guter Bekannter" Chandras gewesen und wisse nichts über die letzten Tage der Praktikantin.
Polizei: Politiker wird nicht verdächtigt
Ein Polizeisprecher machte klar, dass der verheiratete Politiker nicht verdächtigt werde, mit dem Verschwinden der jungen Frau in Verbindung zu stehen. "Er war vor der Befragung kein Verdächtiger, er war während der Befragung kein Verdächtiger und er ist auch nach der Befragung kein Verdächtiger", sagte der Polizei-Vize von Washington, Terrance Gainer.
Fesche Praktikantin verschwand am 30. April
Die 24-Jährige war zuletzt am 30. April kurz vor ihrer geplanten Rückkehr nach Kalifornien gesehen worden. Nach Berichten von Fox News hatte Chandra einer Bekannten kurz zuvor anvertraut, dass Condit mit ihr Schluss gemacht habe. In anderen Medien hieß es dagegen, Chandra habe einer Freundin gegenüber angedeutet, dass sie eine großartige Nachricht hätte. Am 10. Mai durchsuchte die Polizei ihr Appartement in Washington und fand nur eine gepackte Reisetasche, Kreditkarten und ihr Mobiltelefon.
Politiker fordern Rücktritt, Eltern drohen mit Wahl-Boykott
Nach Medienberichten werfen viele Demokraten Condit inzwischen vor, sich mit seinem Schweigen selbst in Schwierigkeiten gebracht zu haben. Sie fordern seinen Rücktritt! Die vermögenden Eltern Chandra Levys drohten inzwischen, Condits Wiederwahl mit Werbespots zu boykottieren, sollte der Abgeordnete nicht mehr mit ihnen und der Polizei kooperieren.
Noch eine Affäre: Stewardess zum Schweigen gezwungen!
Mitte der Woche brachte eine Stewardess die Glaubwürdigkeit des verheirateten Abgeordneten weiter ins Wanken, indem sie über eine mehrmonatige Affäre mit ihm berichtete. Zugleich behauptete sie, Condit habe von ihr verlangt, dass sie eine Erklärung unterschreiben sollte, in der sie versicherte, dass er nie eine Affäre mit ihr hatte. Condit wies dies schriftlich zurück. Am Donnerstag forderte Condit über seinen Anwalt die Medien auf, mehr Zurückhaltung zu üben. Sie hätten ihr Ziel aus den Augen verloren und sollten sich nicht auf sein Privatleben, sondern auf die Suche nach Chandra konzentrieren.
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