Montag, 9. Juli 2001

Angeblich 37 der insgesamt 44 Sitze errungen

Die regierenden Sozialisten in Albanien haben sich zum Sieger der zweiten und letzten Runde der Parlamentswahlen erklärt. Seine Partei habe 37 der insgesamt 44 Sitze errungen, sagte Generalsekretär Gramoz Ruci am Sonntagabend in Tirana.

Das Oppositionsbündnis unter Führung des ehemaligen Präsidenten Sali Berisha trug nach seinen Angaben den Sieg in fünf Wahlkreisen davon. In zwei weiteren werde noch ausgezählt. Ruci sagte weiter, seine Partei habe nun eine ausreichende Mehrheit im Parlament, um eine neue Regierung zu bilden und einen neuen Präsidenten zu wählen.

Bereits bei der ersten Wahlrunde am 24. Juni hatten die Sozialisten von Ministerpräsident Ilir Meta 33 Mandate gewonnen, das Oppositionsbündnis unter Führung des ehemaligen Präsidenten Sali Berisha und seiner Demokratischen Partei kam auf 17 Sitze.

Insgesamt waren eine Million Stimmberechtigte zur Teilnahme an den Stichwahlen in 44 Wahlkreisen aufgerufen. Mit dem offiziellen Endergebnis wird nicht vor Mittwoch gerechnet. Der neue Präsident soll im kommenden Jahr bestimmt werden. Dafür sind mindestens 84 der insgesamt 140 Mandate im Parlament nötig.

Wie schon bei der ersten Runde warf Berisha den Sozialisten von Ministerpräsident Ilir Meta erneut Wahlbehinderung und -fälschung vor. Die Organisation für Sicherheit und Zusammenarbeit in Europa (OSZE) appellierte an alle Parteien, das Ergebnis zu akzeptieren. Die Wahl wird von internationalen Organisationen als Test für die junge Demokratie in Albanien gewertet. Die letzten Parlamentswahlen 1997 standen noch unter dem Einfluss von Militär und bewaffneten Banden; etwa zwanzig Menschen wurden damals getötet.

9.7.2001 11:00