Dienstag, 10. Juli 2001

SPEZIAL: Rezept- und Krankenscheingebühren

"Natürlich gesprächsbereit" ist der Präsident des Hauptverbandes, Hans Sallmutter, über den jüngsten Vorschlag von Sozialminiser Herbert Haupt (F). Haupt schlug vor, die Rezeptgebühr für Dialyse-Patienten und Organspender abzuschaffen. Gegen eine "vernünftige Neuregelung" sei nichts einzuwenden, so Sallmutter.

Bei der Zahl der betroffenen Personen handle es sich um rund 500. Dies sei "insgesamt kein nennenswerter Betrag. Wenn Medikamente hier vom Krankenhaus abgegeben werden, wird das von uns außerordentlich begrüßt. Sehr gerne gehen wir auf diesen Vorschlag ein." Sallmutter erklärte ferner, insgesamt sollte man darüber nachdenken, die Selbstbehalte einzuschränken.

Auch soziale Staffelung wäre möglich
Eine Möglichkeit in einem neuen Modell wäre auch, eine soziale Staffelung einzuführen. Chronisch Kranke seine ja beispielsweise durch eine Vielzahl von Selbstbehalten finanziell extrem belastet. Hier sollte man über ein neues Modell nachdenken.

Sozialminister Herbert Haupt hat am Dienstag seinen Vorstoß zur Abschaffung der Rezeptgebühr deutlich abgeschwächt. Vor dem Ministerrat meinte er, in einem ersten Schritt sollten lediglich Dialyse- und Organspende-Patienten befreit werden. Dies würde einige hundert Menschen pro Bundesland betreffen, erläuterte der Minister. Aus seiner Sicht würde solch ein Schritt keine Mehrbelastung für die Kassen bedeuten, sondern ganz im Gegenteil eine Ersparnis bringen.

Wie der Sozialminister ausführte, sollten die betroffenen Patienten künftig die für die Behandlung notwendigen Medikamente in den Krankenhäusern direkt beziehen. Damit fiele für sie die Belastung weg, sich ständig zur Beschaffung an einen Kontrollarzt wenden zu müssen. Für die Kassen wiederum ergäbe sich der Vorteil, dass die Zahlungen an die Krankenanstalten direkt deutlich niedriger wären.

Verantwortung im Bereich des Hauptverbandes
Die Verantwortung für die Abschaffung der Rezeptgebühr für diese beiden Patientengruppen weist Haupt dem Hauptverband der Sozialversicherungsträger zu. Dieser könne die Maßnahme selbst einleiten und er sei schon gespannt, wann dieses Projekt angegangen werde. Zu einem späteren Zeitpunkt kann sich der Minister auch eine Befreiung weiterer Dauerpatienten vorstellen. Dies könne geschehen, wenn entsprechende Einsparungen durch die von der oberösterreichischen Gebietskrankenkasse übernommenen Medikamentenverschreibe-Modell - Stichwort Medikom - lukriert würden.

10.7.2001 13:57