Abu-Sayyaf-Führer auf den Philippinen festgenommen

Im Süden der Philippinen ist einer der wichtigsten Anführer der extremistischen Moslemgruppe Abu Sayyaf gefasst worden. Wie die Behörden mitteilten, wurde Nadzimie Sabtulah - bekannt als Commander Global - in der Ortschaft General Santos auf Mindanao festgenommen.
Er soll im vergangenen Jahr maßgeblich an der Entführung einer Urlaubergruppe von der malaysischen Ferieninsel Sipadan beteiligt gewesen sein.
"Dies ist ein großer Rückschlag für die Abu Sayyaf", sagte Polizeichef Leandro Mendoza am Montag. Sabtulah war am Sonntagabend nach einem Hinweis aus der Bevölkerung zusammen mit drei weiteren Mitgliedern der Moslemextremisten gefasst worden. Die Regierung hatte für Informationen, die zu seiner Ergreifung führen, eine Belohnung von fünf Millionen Pesos (119.131 Euro/1,64 Mill. S) ausgesetzt.
Terrorist Sabtulah: Planer und Kopf von Abu Sayyaf
Sabtulah gilt nach Angaben der philippinischen Armee als Drahtzieher der Abu Sayyaf. "Er heckt den Plan aus, und andere führen die Mission aus", sagte Armeesprecher Danilo Servando. Die Armee macht ihn für Entführungen seit Ende der 80er Jahre verantwortlich. Der 40-jährige Sabtulah soll auch die Verschleppung von 20 Personen, darunter drei Amerikanern, aus der Ferienanlage Dos Palmas vor sechs Wochen geplant haben. Ein großer Teil der Geiseln wurde mittlerweile gegen Lösegeld freigelassen, doch nahmen die Entführer in Basilan erneut Geiseln. Vier ihrer Geiseln hatten sie enthauptet. Berichte, wonach auch eine der US-Geiseln von den Entführern ermordet wurde, sind bisher unbestätigt.
Hoffnung auf psychologischen Effekt bei Terroristen
Brigadegeneral Edilberto Adan erhofft sich von der Festnahme Sabtulahs in erster Linie einen psychologischen Effekt. "Jetzt realisieren sie (die Rebellen), dass sie - wohin sie sich auch flüchten - gefasst werden", sagte Adan auf einer vom Fernsehen übertragenen Pressekonferenz, auf der er Sabtulah vorführte. Von den Ende Mai aus einer Ferienanlage auf Palawan entführten Touristen und Hotelangestellten gibt es nach Angaben Adans indes keine neue Spur. Die Geiseln seien wahrscheinlich in drei Gruppen aufgeteilt worden. "Der letzte Bericht ist, dass sie allgemein gesund, aber erschöpft sind", sagte er.
Die Abu-Sayyaf-Rebellen kämpfen nach eigener Darstellung für einen autonomen Moslem-Staat im Süden der Philippinen. Die Organisation Abu Sayyaf ("Vater des Schwerts") verfügt nach Polizeierkenntnissen über rund 1.000 Mann.
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