Montag, 2. Juli 2001

"In Anstalt sperren und Schlüssel wegwerfen"

In Australien zieht die Debatte um die umstrittene Einreise von Skandal-Rapper Eminem (28) immer weitere Kreise und hat nun sogar Ministerpräsident John Howard auf den Plan gerufen.

Die Texte des zweifachen Grammy-Gewinners "ekeln Frauen an und erniedrigen sie", meinte der Regierungschef. Ob dem Musiker mit dem bürgerlichen Namen Marshall Mathers III ein Visum aus Anlass zweier geplanter Auftritte in diesem Monat erteilt wird, sei aber Sache der Einwanderungsbehörden.

Konservative Politiker machten derweil weiter Front gegen die Einreise. "Wer Texte über die Vergewaltigung seiner Mutter oder den Mord an seiner schwangeren Freundin schreibt, ist geistig nicht ganz im Gleichgewicht", urteilte der Parlamentarier Peter Slipper. "Wir sollten ihn in eine Anstalt sperren und den Schlüssel wegwerfen."

Erst kürzlich 1 Jahr auf Bewährung ausgefasst
Der australische Einwanderungsminister Philip Ruddock hatte vergangene Woche angekündigt, vor Erteilung eines Visums den Charakter des Musikers überprüfen zu wollen. Eminem war zuletzt in den USA zu einem Jahr auf Bewährung verurteilt worden, weil er vor einem Jahr bei einem Streit mit anderen Rappern eine Waffe gezückt hatte. Wegen eines ähnlichen Vergehens verbüßt der 28-Jährige bereits eine zweijährige Strafe auf Bewährung.

2.7.2001 13:55

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