1.000 Mitarbeiter wechseln zur Bawag

Die Bawag wird die übernommene PSK viel enger zur Brust nehmen als bekannt. Wichtige Kernbereiche der PSK kommen ganz zur Bawag. Unter dem Strich steht am Ende des Prozesses eine de Fakto Vollfusion.
Im August des Vorjahres geschluckt Bawag-General Helmut Elsner die PSK um 17,6 Milliarden Schilling hatte. Nun, rund Elf Monate später, segnet sein Aufsichtsrat weitreichende Machtverschiebungen zugunsten der Bawag ab. Vier Tage später verkündete Elsner nur einen Teil der in Wahrheit dramatischen Veränderungen: die Zusammenführung von drei Bawag- und drei PSK-Töchtern in den Bereichen Immobilien, Leasing und Kapitalanlage. Interviewwünsche mit Bawag- Chef Elsner und PSK-Boß Stephan Koren lehnt Dieter Pietschmann, Sprecher der Bawag- PSK-Gruppe, ab: „Mehr gibt es im Moment nicht zu berichten.“
Details des Umbaus
FORMAT exklusiv vorliegende Unterlagen belegen aber genau das Gegenteil: Von der Wirtschaftsprüfungskanzlei KPMG vorbereitete Bewertungen, Entwürfe komplizierter Spaltungsund Übernahmeverträge sowie ein exakter Zeitplan besiegeln die künftige Juniorrolle der PSK. Effekt der geheimen Kommandoaktion, die laut Unterlagen „aus wirtschaftlicher Sicht einer Vollfusion beider Häuser“ gleichkommt: Bawag-Boß Elsner verteilt die Karten neu – und das zugunsten seines Stammhauses. Dieses ist damit eindeutiger Gewinner der neuen Geschäftsaufteilung: Neben dem Filialvertrieb und allen Firmenkunden heimst die Bawag auch das Treasury – Herzstück jeder Bank – ein. Zudem übernimmt sie die gesamte EDV sowie die Konzernleitung mit sämtlichen Stabsfunktionen.
Von der Post bleibt nur ein finanzschwacher Rumpf
Der spärliche Rest verbleibt bei der PSK: Dazu zählen der defizitäre Zahlungsverkehr, der ertragsschwache Postvertrieb sowie das rückläufige Geschäft mit dem Staat und institutionellen Kunden (etwa Sozialversicherungen oder Vereinen). Die Bawag-internen Zahlen verdeutlichen den Substanzverlust der PSK: Die konsolidierte Bilanzsumme von PSK und PSK Bank betrug Ende des Vorjahres noch satte 311,1 Milliarden Schilling. Die zurechtgestutzte neue PSK wird dagegen nur noch schlappe 136,8 Milliarden Schilling Bilanzsumme aufs Papier. Im Gegenzug wächst die Bilanzsumme der Gewerkschaftsbank von 312,6 auf stolze 490,9 Milliarden Schilling. Ermöglicht wird die Umverteilung der Geschäftsfelder durch eine sogenannte Teilbetriebsabspaltung. Dabei werden die betroffenen Geschäftseinheiten von der PSK (Filialen, Kommerzgeschäft, Treasury) abgespalten und postwendend in die Bawag eingebracht. Wert der Transaktion laut KPMG-Gutachten: 7,9 Milliarden Schilling.
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