Samstag, 7. Juli 2001

Kampf um die Vormacht

Im Kampf um die Vormacht setzen Europas Energieriesen auf Übernahmen. Mutigen Anlegern winken dabei nicht zu unterschätzende Kursgewinne.

Erfolgreich waren dabei vergangene Woche – wenngleich in unterschiedlichen Dimensionen – sowohl der weltgrößte Stromerzeuger Electricité de France (EdF) als auch die heimische Energie Allianz unter Führung der niederösterreichischen EVN. Das Konsortium der Franzosen steht mit Unterstützung von Fiat kurz vor dem Einstieg in den italienischen Markt und plant die feindliche Übernahme des Montedison-Konzerns, Mutter des größten privaten Stromerzeugers Italiens. Die Energie Allianz wiederum erwarb ein Viertel der oberösterreichischen Energie.

Pralle Kriegskassen
Der Erfolg der Franzosen bringt wiederum die beiden – im Gegensatz zu EdF börsennotierten – deutschen Energieriesen E.ON und RWE, Nummer zwei und vier in Europa, unter Zugzwang. Beide haben durch den Verkauf branchenfremder Beteiligungen ihre Kriegskassen prall gefüllt und werden sie für den Kauf von Mitbewerbern und Marktanteilen einsetzen. „Am europäischen Energiemarkt wird eine Handvoll Player übrigbleiben, die mit regionalen Anbietern Allianzen eingehen“, meint Erste- Analyst Georg Waldner.

Auch die börsennotierten Austro-Energiewerte Verbund und EVN werden sich früher oder später in der Rolle solcher Regionalligisten wiederfinden. Als ihre Aktien vergangene Woche verstärkt gefragt waren, vermuteten Börsenbeobachter gleich Käufe von E.ON oder EdF. Kommen die Übernahmephantasien doch nicht gleich zum Tragen, hat ein RZBAnalyst einen Trost parat: „Im Konjunkturabschwung halten sich Energieaktien im Vergleich immer gut.“ — MID Elektrisierende Kursenergie Im Kampf um die Vormacht setzen Europas Energieriesen auf Übernahmen. Mutigen Anlegern winken dabei Kursgewinne

7.7.2001 13:55