Freitag, 6. Juli 2001

Österreichs Arbeitnehmer sind optimistisch

Die österreichischen Arbeitnehmer und Arbeitnehmerinnen blicken der wirtschaftlichen Entwicklung Österreichs optimistisch entgegen. Bei Maturanten und Hochschulabgängern ist ein klarer Aufwärtstrend zu verzeichnen. Dagegen zeigt sich eine dramatische Verschlechterung der Arbeits- und Lebenszufriedenheit bei den männlichen Pflichtschulabsolventen.

Wie der im Auftrag der oberösterreichischen Arbeiterkammer von Ifes und Sora erhobene Arbeitsklima-Index anzeigt, ist die Einschätzung der wirtschaftlichen Zukunft seit dem Beginn der Messungen im Frühjahr 1997 kontinuierlich und seit Herbst 2000 sogar kräftig gestiegen, geht aus den Unterlagen zur heutigen Pressekonferenz in Wien hervor.

Auf Grund der Verbesserung des Teilindex Gesellschaft erreichte der Arbeitsklima-Index im Frühjahr 2001 einen neuen Höchststand und liegt nun bei 109 Punkten. Abgesehen von einem prozentuellen Rückgang im Frühjahr 1998 und der Stagnation im Herbst 2000 ging der Trend stetig bergauf.

Frauen sind laut Umfrage generell von der positiven Entwicklung der österreichischen Wirtschaft aber noch weniger überzeugt als Männer, haben jedoch aufgeholt. Ebenso steigt das Vertrauen in die positive Entwicklung der heimischen Wirtschaft bei den männlichen Lehrabsolventen, Akademikern sowie bei den Arbeitnehmern bis 25 Jahren und ab 46 Jahren. Nur der öffentliche Dienst stagniert.

Dagegen zeigt die aktuelle Umfrage eine dramatische Verschlechterung der Arbeitszufriedenheit bei den männlichen Pflichtschulabsolventen an. Die AK-OÖ führt dies auf die steigende Unzufriedenheit mit ihrem Status als Arbeitnehmer in der Gesellschaft zurück, mit dem Beruf allgemein, dem Einkommen, dem Führungsstil und mit den Karrierechancen. Zusätzlich steigt bei dieser Beschäftigtengruppe der Innovationsstress, der Zeitstress und die körperliche Belastung stark an und bricht die allgemeine Lebenszufriedenheit ein, so die AK-OÖ.

Bei Maturanten und Hochschulabgängern ist dagegen ein klarer Aufwärtstrend zu verzeichnen.

Mit Ausnahme der über 45-jährigen schätzen die österreichischen Arbeitnehmer und Arbeitnehmerinnen ihre Arbeitsmarkchancen deutlich besser ein als im Herbst 2000, der letzten Erhebung. Während sich die Einschätzung der eigenen Arbeitsmarktchancen bei den 36- bis 45-jährigen verbesserte, sank sie bei den über 45-jährigen noch weiter.

Regional zeigt sich unverändert ein West-Ost-Gefälle. Tirol und Vorarlberg sind eindeutige Spitzenreiter, die östlichen Bundesländer Wien, Niederösterreich und Burgenland bilden seit Beginn der Erhebungen das Schlusslicht.

6.7.2001 12:20