Donnerstag, 5. Juli 2001

NEWS: Mehr Gehalt, mehr Verluste

Nach dem Ferienstart-Desaster in Mallorca haben Lauda- Air- und Tyrolean-Piloten Top-Karten im Gehaltsverhandlungspoker. Für die AUA-Gruppe wird eine Einigung allerdings teuer. Experten schätzen die Mehrkosten auf bis zu 400 Mill. S.

Zigtausend extrem verärgerte Urlauber, über 800 Mio. S Schaden für Reiseunternehmen sowie über eine Milliarde Schilling Schaden für die Inseln. Plus der noch nicht abzusehende Imageverlust. Das ist die Bilanz des dreitägigen Busfahrerstreiks auf den Baleareninseln Mallorca, Ibiza und Menorca.

Den reisehungrigen Österreichern dürfte solches Ungemach erspart bleiben. Aller Voraussicht nach werden sowohl die Maschinen der Lauda Air als auch jene der Tyrolean diesen Sommer doch in Richtung Kreta, Türkei, Tunesien oder Sardinien abheben.

Teure Einigung
Das Management der Fluglinien ist in den bisherigen Verhandlungen auf die Forderungen des Flugpersonals weitgehend eingegangen. Für die AUA-Gruppe wird dies freilich teuer: Experten schätzen die Mehrkosten bis 2004 auf bis zu 400 Mio. S. Sowohl bei Lauda Air als auch bei Tyrolean muss aber noch jeweils ein strittiger Punkt ausverhandelt werden, bevor der Abschluss steht.

Lauda Air: Mehr Gehalt, mehr Verluste
Das fliegende Personal der Lauda Air arbeitet bislang ohne Kollektivvertrag. Airline- Gründer Niki Lauda hatte einen solchen immer als „zu teuer“ abgelehnt und argumentiert, dass die Fluglinie damit nicht mehr rentabel zu führen sei.

Tatsächlich sind die geringeren Kosten das wesentliche Asset der Lauda Air innerhalb der AUA-Gruppe. Vor allem bei den Langstreckenflügen punktet die Lauda Air. Die Piloten hingegen beklagen, dass sie bis zu 18 Stunden in einem Zwei-Mann-Cockpit fliegen müssen, und argumentieren mit der Sicherheit.

In den Verhandlungen hat man sich nun geeinigt, dass ab einem 14-Stunden-Flug ein dritter Pilot zur Ablöse mitfliegen muss. Außerdem werden Arbeitszeit- und Ruhezeitbestimmungen eingeführt. Gehaltserhöhungen gibt es auch für Flugbegleiter.

Tyrolean: Streit um Pensionskasse
Die Tyrolean Airways haben für ihr Bordpersonal bereits einen Kollektivvertrag. Was die Belegschaft aber massiv bemängelt, ist einerseits eine „notorische Unterbesetzung“, vor allem bei den Flugbegleitern, als auch zu lange Cockpitzeiten der Piloten. So müssten die Piloten bis zu 14 Stunden durchgehend im Zwei-Mann-Cockpit verbringen und dabei bis zu sechsmal starten und landen.

In den Verhandlungen wurde bisher Einigkeit über Gehaltserhöhungen für das gesamte Bordpersonal sowie über arbeitsrechtliche Besserstellungen erzielt. Für die Piloten wird sich dies in besseren Ruhezeiten sowie in einer vorteilhaften Verrechnung von Arbeitszeiten niederschlagen. Strittig ist hingegen noch der Aufbau einer betrieblichen Altersvorsorge in Form einer Pensionskasse.

Die ausführliche Story lesen Sie in der aktuellen Ausgabe von NEWS.

5.7.2001 09:48