Dienstag, 3. Juli 2001

Kooperation mit AOL kostet Opel Millionen

Um neue Zielgruppen zu erreichen, hat sich der Opel-Konzern einiges einfallen lassen: Durch eine Kooperation mit dem Internet-Dienstleister AOL soll schon bald der Autokauf per Mausklick möglich werden.

Der Vertrag mit AOL, der eine Laufzeit von zunächst zwei Jahren hat, wurde am Dienstag am Sitz der Adam Opel AG in Rüsselsheim unterzeichnet. In die Kooperation wird nach Opel-Angaben ein zweistelliger Millionenbetrag investiert. Nach unbestätigten Angaben soll es sich um rund 20 Mill. DM (141 Mill. S/10,23 Mill. Euro) handeln.

Opel setzt auf Bedeutung des Internets
Opel-Vorstandschef Carl-Peter Forster geht in Europa von einer steigenden Bedeutung des Autoverkaufs via Internet aus. Mit dem erweiterten Angebot trage der Autohersteller dem veränderten Informations- und Kaufverhalten der Kunden Rechnung. Prognosen, wie viele Fahrzeuge sich online absetzen lassen, machte Forster nicht. Erfahrungen zeigten, dass viele Bestellungen durch Informationen im Internet vorbereitet würden. In einer dreimonatigen Testphase mit einer eigenen Opel-Verkaufssite seit März 2001 wurden 70 Kaufverträge abgeschlossen.

Bereits im September soll Opel-Angebot stehen
Der Vertrag mit AOL Deutschland sieht vor, dass zum Start der Internationalen Automobilausstellung im September 2001 Informationen über die gesamte Opel-Modellangebot auf allen AOL-Plattformen (aol.de, compuserve.de und netscape.de) zur Verfügung gestellt werden. Außerdem bindet AOL die Offerten in seine Auto- und Gebrauchtwagenbörsen ein. Zusätzliche Service-Angebote sollen gemeinsam entwickelt werden.

Service total via Internet
Dazu gehöre, dass Internet-Nutzer ihr persönliches Modell zusammenstellen können, auf Inspektionstermine hingewiesen werden oder die Herstellung ihres neuen Autos online verfolgen können. Nach Medienberichten soll sich VW erfolglos um eine Kooperation mit AOL bemüht haben. In den USA besteht bereits eine Allianz zwischen der Opel-Konzernmutter General Motors und AOL.

Die Zukunft des Autokaufs per Internet wird in der Branche differenziert gesehen. Nach Einschätzung von Banken und Leasinggesellschaften der Automobilwirtschaft nutzen Autokäufer das Web vor allem zur Information, der Vertrag würde aber fast immer beim Händler gemacht. Das Internet als Vertriebsweg würde für die Autokonzerne auf Jahre hinaus nur eine Nebenrolle spielen.

3.7.2001 16:20