Mittwoch, 4. Juli 2001

Ölminister dennoch über Verfall der Preise beunruhigt

Trotz gesunkener Weltmarktpreise will das OPEC-Kartell die Ölförderung derzeit nicht drosseln. Die Organisation Erdöl exportierender Länder (OPEC) wird ihre aktuelle Förderung von 24,2 Millionen Barrel (je 159 Liter) pro Tag bis Ende September unverändert lassen. Das beschlossen die Erdölminister des Kartells in Wien.

Der Barrelpreis von zuletzt 24,50 Dollar bewege sich innerhalb des angestrebten Bandbreite von 22 bis 28 Dollar (25,9 Euro/356 S bis 33,0 Euro/453 S), begründete der OPEC-Präsident, der algerische Energieminister Chakib Khelil, den Beschluss. Die Minister wollen am 26. September erneut in der österreichischen Hauptstadt zusammenkommen, um über Preise und Fördermengen zu beraten.

Die große Unbekannte in den Überlegungen der OPEC bleibt der Irak. Er hofft, dass der Markt die zusätzlichen 2,1 Millionen Barrel pro Tag aufnehmen kann, falls der Irak in einigen Wochen wieder Öl exportiert, sagte der libysche Ölminister Ahmed Abdulkarim in Wien. Sollte der Markteintritt des Irak zum Preisverfall führen, sind auch Förderkürzungen der OPEC denkbar. Bagdad hatte im Streit mit dem UNO-Sicherheitsrat um das "Öl für Lebensmittel"-Programm seine Öllieferungen offiziell ausgesetzt. Sollte der Sicherheitsrat das Programm verlängern, wird mit einer Wiederaufnahme der irakischen Ölexporte gerechnet.

Die OPEC hatte ihre Förderung in diesem Jahr um 2,5 Millionen Barrel täglich zurückgenommen, um die Ölpreise nach oben zu drücken. Das Kartell liefert rund 40 Prozent des weltweiten Ölangebotes.

OPEC-Präsident Khelil hatte schon am frühen Abend zu Beginn des Treffens vor Journalisten wiederholt, die OPEC werde die Fördermenge unverändert beibehalten. Er äußerte zudem die Hoffnung, dass der Markt wegen der Wintersaison im vierten Quartal dieses zusätzliche Ölangebot in Höhe von über zwei Milliarden Barrel am Tag aufnehmen könne. Andernfalls seien auch Produktionskürzungen bis zum Jahresende denkbar.

4.7.2001 10:12