Heimischer Kapitalmarkt braucht neue Impulse

Für die nötigen Impulse sollen laut "Wirtschaftsbericht 2001" Österreichs jüngste Kapitalmarktoffensive und die Errichtung der Allfinanzaufsicht (ab April 2002) sorgen. Die Kapitalmarktoffensive enthalte die Abschaffung der Börsenumsatzsteuer, Steuerbegünstigungen von Mitarbeiterbeteiligungen und Stock-Options, Belegschaftsbeteiligungs-Stiftungen und Erleichterungen bei Prospektpflichten.
"Darüber hinaus werden aber auch in Zukunft weitere Reformen notwendig sein, um den Finanzplatz Österreich in einer Welt mit fast vollständiger Kapitalmobilität attraktiv zu gestalten", heißt es im heute Abend von der Regierung vorgelegten Wirtschaftsbericht.
Auf dem österreichischen Rentenmarkt waren im Jahr 2000 Wertpapiere im Volumen von 2.173 Mrd. S (158 Mrd. Euro) im Umlauf. Davon entfielen 1.230 Mrd. S auf Anleihen des Bundes und 859 Mrd. S auf Anleihen, die von Kreditinstituten begeben wurden. Der Umlauf von Unternehmensanleihen betrug dagegen (ohne öffentliche Rechtsträger) lediglich rund 47 Mrd. S.
Im Kapitel "Kapitalmärkte und Unternehmensfinanierung" verweist die Regierung auf Empfehlungen auch auf EU-Ebene: Darin wird die Erleichterung eines möglichst breiten Zugangs zu Anlagekapital auf EU-weiter Grundlage angeraten, auch für Klein- und Mittelbetriebe (KMU), mittels eines "einheitlichen Passes für Emittenten".
Umlaufvolumen um 9,5% gestiegen
Das gesamte Umlaufvolumen auf dem österreichischen Rentenmarkt stieg in den letzten zehn Jahren mit einer durchschnittlichen Jahreswachstumsrate von 9,5 Prozent. "Bemerkenswert" sei in den letzten Jahren das starke Liquiditätswachstum des Marktes für österreichische Bankschuldverschreibungen gewesen, wie im Wirtschaftsbericht zur "Entwicklung der Finanzmärkte" weiter hervorgehoben wird.
Von 1996 bis Ende 1998 habe sich der Nominalwert der eigenen Emissionen inländischer Banken um 17,7 Prozent ausgeweitet. Von Anfang 1999 bis Ende 2000 betrug die Steigerungsrate der Bankschuldverschreibungen 37,3 Prozent und damit mehr als das Doppelte der drei Jahre zuvor. Diese Entwicklung war vor allem vom Wachstum der Auslandsemissionen getragen.
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