"Schmerzhafte Sanierungsschritte" nötig

Morgen, Dienstag, um 15 Uhr findet die erste Gläubiger-Beiratssitzung über die Buch- und Medienhandelskette Libro statt, teilte der vom Landesgericht Wiener Neustadt zum Libro-Ausgleichsverwalter bestellte Mödlinger Anwalt Günther Viehböck am Montag mit. Über Libro wurde am vergangenen Freitag der Ausgleich eröffnet. Hauptziel des Ausgleichsverfahrens sei die Unterstützung der Sanierung des Unternehmens, so Viehböck. Ab Dienstag gibt es Informationen zum Libro-Ausgleich auch im Internet.
"Schmerzhafte Sanierungsschritte" seien "sicher erforderlich", würden aber - vor allem bei der Reduzierung der Arbeitsplätze - "entsprechend behutsam" gesetzt, heißt es in dem Schreiben weiter. "Libro soll zu Schulanfang ein kräftiges Lebenszeichen seines Weiterbestandes geben. Die Regale werden voll sein und Schüler und Eltern werden in gewohnter Weise bedient", so Viehböck.
Über die Annahme des Vergleichs über einen Schuldennachlass werde in der gerichtlichen Ausgleichstagsatzung am 21. September im Landesgericht Wiener Neustadt entschieden.
Viehböck wacht über Geschäftstätigkeit Libros
Der Libro-Ausgleichsverwalter überwacht die Geschäftstätigkeit und den Fortbetrieb von Libro und prüft alle Verbindlichkeiten sowie das Vermögen im Sinne der Gläubiger, zu denen auch die Libro-Beschäftigten zählen. Stellvertreter von Viehböck ist Bernhard Schatz. Michael Tröthandl ist besonderer Verwalter für Belange der Aus- und Absonderungsrechte, Maria-Christina Nau kümmert sich um alle Belange der Libro-Dienstnehmer.
Libro-Ausgleich im Internet
Ab 3. Juli seien für Gläubiger, Dienstnehmer, Lieferanten und Aktionäre Informationen über Libro auch im Internet unter "http://www.libro.at/ausgleich" zu finden.
UTA verneint Lion.cc-Übernahme
Der in Besitz der Swisscom stehende Wiener Telekom- und Internetbetreiber UTA Telekom AG hat heute, Montag, die in Medienberichten kolportierten Absichten dementiert, bei der Internet-Libro-Tochter Lion.cc einsteigen zu wollen. "Wir haben keine Übernahmeverhandlungen geführt und werden keine führen", betonte UTA-Pressesprecher Martin Halama. Allerdings gebe es sehr wohl Kooperationsgespräche mit Lion.cc.
Die UTA prüfe derzeit eine Zusammenarbeit mit Lion.cc im Portal-Bereich, so Halama, der auf eine Einigung "noch im Sommer" hofft.
Die UTA gehört zu 45,5 Prozent und einer Aktie der Swisscom, zu 45,5 Prozent minus einer Aktie den Landesenergieversorgern und zu 9 Prozent der Raiffeisengruppe.
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