Dienstag, 3. Juli 2001

Feindliche Übernahme läßt Fiat-Aktien steigen

Der italienische Autobauer Fiat SpA und der französische Stromriese Electricite de France (EdF) haben sich für eine feindliche Übernahme der italienischen Konzerne Montedison und Edison zusammengeschlossen. Das Kapital der beiden italienischen Firmen soll zu 100 Prozent von der unter Fiat-Führung stehenden Holding Italenergia übernommen werden.

An Italenergia hält Fiat 40 Prozent der Anteile, EdF weitere 18 Prozent. Bereits nach den bisherigen Geschäftsvereinbarungen hat Italenergia eigenen Angaben zufolge Zugriff auf 48 Prozent des Montedison-Kapitals. Für die komplette feindliche Übernahme bietet Italenergia pro Aktie 2,82 Euro (38,8 S), also weniger als die Freitag-Börsennotierung, die bei 3,30 Euro gelegen hatte. Damit wird Montedison mit 4,95 Mrd. Euro (68,1 Mrd. S) bewertet.

Plus 5% für Fiat-Aktie
Der Kurs der Fiat-Aktie kletterte Montagfrüh wegen der Entwicklung an der Mailänder Börse um rund 5 Prozent, die Titel von Montedison und Edison wurden vom Handel ausgesetzt.

Heftige politische Reaktionen
Die EdF-Attacke auf Montedison hatte im Mai begonnen und zu heftigen politischen Reaktionen geführt. Nachdem der französische Stromkonzern am 23. Mai bekannt gab, einen Anteil von mehr als 20 Prozent an Montedison zusammengekauft zu haben, beschränkte die Regierung in Rom das Stimmrecht des staatlichen französischen Großaktionärs. Darüber hinaus wurde bei der EU-Kommission in Brüssel eine Überprüfung des Geschäftsgebahrens von EdF beantragt.

Bündnis mit Fiat soll Proteste mildern
Durch das Bündnis mit Fiat will der französische Stromriese nun derartige Widerstände überwinden. Am Kapital von Italenergia sind auch der französisch-polnische Geschäftsmann Romain Zaleski (rund zehn Prozent), drei italienische Geschäftsbanken (rund 20 Prozent) und die Deutsche Bank (rund drei Prozent) beteiligt.

3.7.2001 11:36