Montag, 2. Juli 2001

600 Millionen neue Aktien werden ausgegeben

Der angeschlagene deutsche Chip-Hersteller Infineon Technologies AG (München) will bis zu 60 Mill. neue Aktien ausgeben. Damit solle das Kapital um bis zu 1,7 Mrd. Euro (23,4 Mrd. S) erhöht werden, teilte das Unternehmen am Montag in München mit. Der Anteil der Mutterfirma Siemens an Infineon wird durch die Aktion von derzeit 56 auf 51 Prozent fallen.

Mit dem Geld sollen den Angaben zufolge neue Investitionen getätigt werden. Erster Handelstag der neuen Aktien wird vermutlich der 13. Juli sein.

Bei den geplanten Investitionen kann der Chip-Hersteller nach Angaben der "Bild"-Zeitung auch auf Hilfe der Bundesregierung setzen. Berlin werde den Bau eines neuen Infineon-Halbleiterwerkes in Dresden mit einer 400-Mill.-DM-Bürgschaft (2,821 Mrd. S/205 Mill. Euro) unterstützen, berichtete das Blatt am Montag unter Berufung auf eine Regierungsvorlage für den Haushaltsausschuss des Bundestages.

Marktvorsprung mit neuem Werk
In Dresden will Infineon hochmoderne DRAM-Speicherbausteine herstellen. Dadurch sollen in Sachsen 1.100 neue Arbeitsplätze entstehen. Als Gesamtkosten für das Projekt sind den Angaben zufolge knapp eine Mrd. DM veranschlagt.

Neben den 1.100 Arbeitsplätzen in der Fabrik erhofft sich Sachsen den Angaben zufolge weitere neue Stellen in der Zulieferindustrie. Mit dem Bau des Werkes werde Infineon gegenüber Mitkonkurrenten auf dem Weltmarkt einen zeitlichen Vorsprung von mehr als einem Jahr erhalten. Sachsen unterstützt das Projekt mit rund 180 Mill. DM Investitionszuschüssen.

Verlust droht
Infineon steckt derzeit tief in der Krise. Wegen der schlechten Lage auf den High-Tech-Märkten befürchtet das Unternehmen im Ende September zu Ende gehenden Geschäftsjahr einen Verlust.

2.7.2001 10:54