Kartnig & Haider im Streitgespräch

Die Passanten staunten nicht schlecht. So etwas bekommen sie nämlich nicht alle Tage zu sehen: Einen freundschaftlichen Fußballkick zwischen FC-Kärnten-Präsident Jörg Haider und Sturm-Zampano Hannes Kartnig auf der Rasen- fläche vor der Kärntner Landesregierung. Vorher hatten sich die beiden 90 Minuten lang ein verbales Match geliefert.
NEWS: Herr Haider, warum tun Sie sich jetzt Fußball an?
Haider: Er wurde mir angetan. Der FC Kärnten war in einer schwierigen Situation. Es ist darum gegangen, sicherzustellen, dass wir relativ rasch aufsteigen und Kärnten wieder in der obersten Spielklasse mitspielt. Da braucht es auch die Hilfe des Landeshauptmannes. Obwohl ich einer bin, der massiv dagegen ist, dass Politiker im Sport herumwühlen. Ich sehe das auch als eine befristete Tätigkeit an.
Kartnig: Kärnten ist immens wichtig für die Liga. Ich bin froh. Wir haben neun Bundesländer, und alle sollen in der Bundesliga vertreten sein. Das ist vor allem uns Steirern abgegangen. Kärnten und Steiermark haben viele Fußballzuschauer.
Haider: Außerdem ist es gut, wenn sich die Südachse gegen das OstÜbergewicht ein bisserl profiliert, oder?
Kartnig: Ganz meine Rede. Die Sache ist auch eine andere. Rapid wurde immer mit Millionen von einer Staatsbank gefördert. So etwas gibt’s bei uns nicht. Und der Häupl, geschickt wie er ist, hat gesagt, na, wenn Rapid so viel kriegt, dann muss die CA die Austria sponsern. Die CA wollte ja gar nicht. Die sind einfach vergewaltigt worden. In Wien geht alles leichter, weil dort die Generaldirektionen sitzen.
Haider: Im Wasserkopf ist mehr Wasser drinnen.
Kartnig: Das ist es. Wenn wir Erfolge in den Bundesländern haben, dann sagen wir, das großgoscherte und großkopferte Wien erreicht ja doch nichts. Das ist schon richtig. Der Jörg darf es halt nicht so direkt sagen wie ich. Haider: Die Wienlastigkeit muss weg, weil in den Bundesländern enorme sportliche Leistungen erbracht werden. Auch im Fußball, wie man sieht.
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